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Insolvenzverwalter hat Schlösser zur Ausstellungshalle ausgetauscht / 22 Leute seit April ohne Lohn

Firma L+K Sportgeräte in Rehren ist insolvent

Rehren (la). Noch vor wenigen Monaten wollte Jörg L. mit der Firma L+K Sportgeräte aus dem Auetal heraus den deutschen Markt erobern und das Unternehmen unter den Top-Five der Sportgeräteanbieter etablieren. Jetzt wurde das Insolvenzverfahren eingeleitet.

Die 22 Mitarbeiter sind sauer und fühlen sich verschaukelt. "Seit April haben wir keinen Lohn mehr bekommen und wurden immer vertröstet", sagt ein Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden möchte. Bereits im April habe L. einen Sanierer in die Firma geholt, der den Mitarbeitern versprochen habe, dass die Gehälter gesichert seien und nur etwas verzögert ausgezahlt würden. "Die wollten nur alles herauszögern, damit der Chef noch möglichst viel bei Seite schaffen konnte", so der Mitarbeiter verärgert. Zum 1. Juni erhielten dann alle 22 Mitarbeiterüberraschend ihre fristlose Kündigung. "Dagegen gehen wir natürlich an, denn es müssen schließlich Kündigungsfristen eingehalten werden", so der Mitarbeiter. Außerdem wollen die Angestellten ihre rückständigen Löhne. "Schließlich müssen wir unsere Familien ernähren." Die Firma L+K Sportgeräte hat in den vergangenen Monaten im Rehrener Gewerbegebiet expandiert und investiert. Zwei Millionen Euro sollen in den Auetaler Standort geflossen sein. Im ehemaligen Dröhse-Haus im Alten Feld wurden die Logistik und der Vertrieb des in Rinteln produzierenden Unternehmens L+K, das nach eigenenWorten von der Insolvenz nicht betroffen ist, angesiedelt, und danach kaufte L. noch einen ehemaligen Autohandel im Gewerbegebiet, baute um und schaffte eine riesige Ausstellungsfläche. "Wir hatten eigentlich immer sehr viel zu tun und die Geschäfte liefen gut. Ich weiß nicht, wo das ganze Geld geblieben ist", sagt der Mitarbeiter. Jetzt hat die Gerichtsvollzieherin den "Kuckuck" an die Tür der Ausstellungshalle geklebt, und der Insolvenzverwalter hat die Schlösser zu dem Gebäude austauschen lassen, um die ausgestellten Trainingsgeräte, Solarien und Saunen sicherzustellen. Das "Dröhse-Haus" ist geräumt und der Mietvertrag gekündigt. Die Staatsanwaltschaft und die Steuerfahndung haben Ermittlungsverfahren eingeleitet. "Ich habe noch keinenÜberblick", sagt Insolvenzverwalter Stephan Höltershinken auf Anfrage unserer Zeitung. Es lägen massenhaft Klagen von Gläubigern vor, unzählige Leasingverträge und die rückständigen Lohnzahlungen. "Die EDV ist komplett abgeschaltet und die Buchhaltung nicht zu gebrauchen. Es fehlt an elementaren Dingen, um einen Überblick zu bekommen", so Höltershinken, der derzeit nicht daran glaubt, dass die Firma noch zu retten ist. Die Trainingsgeräte in der Ausstellungshalle werden durch eine Fremdfirma inventarisiert. "Wir wissen nicht, wem dort was gehört", so der Insolvenzverwalter. Es würde sicher einige Wochen dauern, bis er sich einen ungefähren Überblick verschafft habe. Die produzierende Firma L+K in Rinteln ist von der Insolvenz des Rehrener Betriebes nach Angaben eines Unternehmenssprechers nicht betroffen.




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