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Unternehmen Geldbach wirft Stadt vor, Konkurrenzbetrieb Euroflansch bevorzugt zu haben

Firma klagt: Kein Fair Play in Rodenberg

Rodenberg (bab). Die Firma Wilhelm Geldbach Piping Equipment hat ihren Firmensitz in Rodenberg aufgegeben. Das Unternehmen ist nicht im Guten gegangen. Nach seinem Abschied hat es schwere Vorwürfe gegen den Mitbewerber Euroflansch erhoben. Zurzeit gehen die beiden Firmen, die die Herstellung und den Vertrieb von Flanschen und Fittingen betreiben, gerichtlich gegeneinander vor. Die Firma Geldbach bezichtigt die Stadt Rodenberg, ihre Konkurrenz einseitig unterstützt zu haben.

In einem offenen Brief beschweren sich Andreas Pozzi und Sheriff Aziz, Geschäftsführer der Wilhelm Geldbach Piping Equipment, darüber, "dass die Stadt Rodenberg die Entwicklung eines direkten Konkurrenzunternehmens tatkräftig unterstützt" habe. Sie werfen der Stadt vor, für Euroflansch im Rathaus Räume zur Verfügung gestellt und durch "erhebliche Investitionen im ehemaligen Asylantenheim Umbauten vorgenommen" zu haben, "um für dieses Unternehmen auf Kosten der Stadt repräsentative Büroräume zu schaffen." Des weiteren legen Pozzi und Aziz ihren Rechtsstreit mit Euroflansch in ihrem offenen Brief dar. Geldbach bezichtigt demnach Euroflansch des Diebstahls von Know-how und Unternehmensdaten. Die ehemals kooperierenden Firmen liegen inzwischen im juristischen Streit. Geldbach hat gegen Euroflansch eine einstweilige Verfügung und gegen den ehemaligen Prokuristen ein vorläufiges Urteil auf Schadensersatz erwirkt. Die einseitige Bevorzugung von Euroflansch seitens der Stadt sei der Grund, warum die Firma Geldbach entgegen ihren ursprünglichen Aussagen Rodenberg verlassen hat und zum Stammsitz nach Gelsenkirchen zurückgekehrt ist, so Pozzi. "Wir waren ein richtig guter Steuerzahler am Ort und hätten langfristig noch viele Steuern bezahlt." Stadtdirektor Uwe Heilmann habe ein neugegründetes Unternehmen unterstützt und nichtein florierendes. "Aus welcher Motivation er das gemacht hat, ist mir nicht klar", sagte Pozzi im Pressegespräch. "Ich werde einen Teufel tun, für irgendeine Firma Partei zu ergreifen", reagierte Heilmann, der zugibt, dass es ihm "immer wehtut, wenn eine Firma Rodenberg verlässt". "Wir können nur die Rahmenbedingungen setzen", so Heilmann. Das habe die Stadt getan, indem sie für die Raumnot von Euroflansch eine Lösung gesucht hat. DieStadt habe marktgerecht an die Firma vermietet. Geldbach wäre ebenso unterstützt worden, wenn der Betrieb um Hilfe gebeten hätte. "Mir ist nicht bewusst, dass wir denen irgendwas getan haben", sagt Bürgermeister Günter Altenburg (CDU) zum Weggang Geldbachs. Und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Hans-Dieter Brand ist "kein offizieller Vorgang bekannt, wonach die Firma Geldbach an die Stadt herangetreten ist und sich beschwert hat". Allerdings hatten die CDU-Ratsherren Volker Dahle und Sebastian Klein im Januar ein Gespräch mit Pozzi, bei dem dieser sich über das Verhalten der Stadt beklagt haben soll. "Wir haben Altenburg und unseren Fraktionsvorsitzenden Carsten Schulz informiert", so Dahle, mit der Bitte, sich um das Thema zu kümmern. Die beiden hätten mit der Begründung abgewinkt, dass Geldbach Rodenberg ohnehin verlasse. Altenburg bestätigt das, kann aber nicht sagen, woher diese Information stammte. Laut Pozzi war das ein Gerücht. "Ich hatte einen Fünfjahresplan. Es war klar, dass wir fünf Jahre in der Stadt bleiben. Dann haben wir festgestellt, dass ein Mitarbeiter nach dem anderen das Haus verlässt." Für Pozzi das Ergebnis des unlauteren Wettbewerbs zwischen den Firmen, denn viele sind zu Euroflansch gewechselt.Aus Mitarbeiterkreisen ist zu hören, dass das Betriebsklima zu der Zeit bei Geldbach unerträglich gewesen sein soll und alle aus freien Stücken das Unternehmen verlassen haben.




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