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Filmwelt-Center Bakede: Förderbescheid mit Wermutstropfen

BAKEDE. Ein großer Tag für Bakede und das Filmwelt-Center mit seinen Tausenden von Original-Film-Exponaten: Sammler Martin Netter kann einen Förderungsbescheid der EU in Höhe von über 176 000 Euro entgegennehmen – „aber ein Wermutstropfen ist dabei“, so Netter.

Stilecht auf der Brücke der „Enterprise“ übergibt Heike Fliess vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser den Förderbescheid an Martin Netter. Fotos: Lindermann
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Johanna Lindermann Redakteurin zur Autorenseite

Doch von Anfang an: Schon seit 40 Jahren sammelt Martin Netter Film-Exponate, -Kostüme und -Requisiten. Die meisten davon stammen aus dem Science-Fiction-Genre; den Schwerpunkt bildet dabei das Star-Trek-Universum. Inzwischen verfügt er über die wohl größte private Star-Trek-Sammlung der Welt und über „Hollywoodgeschichte in Bakede“, wie er es selbst beschreibt. Vor rund einem Jahr hat er seine Sammlung in einen gemeinnützigen Verein umgewandelt, denn: „Ich möchte meine private Sammlung der Nachwelt erhalten.“ Dazu soll das Gebäude in Bakede ausgebaut und für die Öffentlichkeit geöffnet werden. Betroffen sind ganze 1000 Quadratmeter an Lager- und Ausstellungsfläche sowie 200 Quadratmeter für Veranstaltungen – auch Trauungen sollen zukünftig in der Filmwelt möglich sein (wir berichteten).

Doch das ganze Vorhaben kostet natürlich Geld – und das kommt von der EU. Wie im Juli bekannt wurde, wird der Um- und Ausbau des Filmcenters mit EU-Mitteln gefördert. Ganze 70 Prozent des Vorhabens, das rund 250 000 Euro kosten wird, sollten übernommen werden.

Gestern kam er nun, der ersehnte Bescheid: Heike Fliess vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser reiste nach Bakede, um Netter den Bescheid in Höhe von etwas mehr als 176 000 Euro zu übergeben – natürlich stilecht auf der Brücke der „Enterprise“. „Die Filmwelt ist ein Highlight für die Region und wird zum Kultur- und Tourismusstandort werden“, war sich Fliess sicher.

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Doch der Bescheid ist nicht gleichbedeutend mit der Auszahlung des Geldes. „Die Problematik ist, dass die Förderung leider nicht für Gewerbegebiete gilt“, erklärte Netter – und dummerweise befinden sich die Hallen in Bakede offiziell in einem solchen Gebiet. Der Förderbescheid ist also nur unter der Voraussetzung gültig, dass der betreffende Flächennutzungsplan geändert wird.

Alle Beteiligten zeigten sich jedoch zuversichtlich, dass das gelingt: „Ich glaube, das Filmcenter ist auf einem guten Weg, und bin optimistisch, dass die Umwandlung schnell erfolgt“, sagte Fliess bei der Übergabe des Bescheids. Auch Bürgermeister Hartmut Büttner sicherte zu, an der Änderung zu arbeiten. Er bedankte sich im Namen der Stadt Bad Münder für die Förderung und lobte Netter für seinen „langen Atem“. Lobende Worte fand er auch für Rolf Wittich, Bakedes Ortsbürgermeister, und die Einwohner: „Das ist eine Stärke für Bakede: Die Leute halten zusammen.“ Büttner versprach, die Stadt werde das Projekt unterstützen. Bad Münder mangele es derzeit noch ein wenig an Erlebnisdichte, und die würde durch die Filmwelt geschaffen werden. Die Situation der Flächennutzungsplanänderung werde derzeit bewertet. „Die Stadt wird sich dafür einsetzen, dass diese Hürde genommen wird und Herr Netter schnell Planungssicherheit bekommt“, sagte Büttner, der betonte, er freue sich schon auf das, was hier künftig zu sehen sein werde.

Ein bisschen Zeit bleibt für die Änderung auch noch: Erst im März 2020 soll das Geld ausgezahlt werden. Netter hofft allerdings auf rasche Gewissheit, da er bis dahin das Geld für den Umbau erst einmal auslegt.

Direkt nach der Übergabe des Förderbescheids machte sich Martin Netter auch schon wieder auf den Weg nach England. Dort, in dem Ort Blackpool, zeigt er Teile seiner Sammlung in einer Ausstellung – und dort konnte er jüngst auch zahlreiche Mitglieder für den Verein gewinnen. „Wir konnten 700 neue Mitglieder werben“, sagte Netter. Vergleichsweise wenige Mitglieder – nämlich lediglich 50 – gebe es bislang in Deutschland. Das soll sich aber ändern: Netter ist zuversichtlich, in naher Zukunft 1000 Mitglieder verzeichnen zu können.



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