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Feuerschutzausschuss auf Besichtigungstour durch die Gerätehäuser aller 16 münderschen Ortsteile

Feuerwehr-Wunsch: Neubau in der Kernstadt

Bad Münder (jhr). Mehr Licht als Schatten – zwei Tage hatten sich die Mitglieder des Ausschusses für das Feuerlösch- und Rettungswesen Zeit genommen, um sich über den Zustand der Feuerwehrgerätehäuser zu informieren und Anregungen der Ortskommandos mitzunehmen. Jetzt wurden im Ausschuss die protokollierten Ergebnisse der Besichtigungstour durch 16 Gebäude vorgestellt.

Alles für den Einsatz lagert in den Gerätehäusern.

Unter dem Strich eine wichtige Tour, da war sich die Ausschussvorsitzende Elke Osterkamp sicher. Aus unmittelbarer Nähe konnten sich die Vertreter der Politik, die von Mitarbeitern der Bauverwaltung und dem stellvertretenden Stadtbrandmeister Heinrich Jochim begleitet wurden, über Mängel und Kritikpunkte der Wehren informieren, aber auch positive Entwicklungen notieren. „Es ist ganz deutlich geworden, mit welchem Engagement sich die Mitglieder der Wehren einsetzen, was sie auch in Eigenleistung ohne große Erwähnung umsetzen. Dadurch leisten sie auch einen großen Beitrag zur Entlastung der Stadt“, fasste Ausschussmitglied Detlef Olejniczak zusammen.

Problematisch gestaltet sich die Situation der Feuerwehr in der Kernstadt Bad Münders. Zwar wurden in den vergangenen Jahren zwei Fassadenseiten saniert, dennoch ist die Liste der Kritikpunkte der Wehr lang. Der stellvertretende Stadtbrandmeister Jochim machte deutlich, dass die Ein- und Ausfahrten der Fahrzeughallen nicht den geltenden Vorschriften entsprechen und äußerst gefährlich seien. Diesem und weiteren Mängeln könne jedoch nur mit einem Neubau begegnet werden.

Ortsbrandmeister Uwe Behrendt wurde deutlicher: „Wir haben in sämtlichen Nischen Materialien gelagert. Wenn wir eine Prüfung bekommen, kann es durchaus sein, dass wir ein Fahrzeug auslagern müssen, weil wir den Platz brauchen.“ Der Standort der Wehr an der Langen Straße sei nicht günstig, wie sich bei Anfahrten zu Einsätzen immer wieder zeige. 84 Mal rückten die Brandschützer in diesem Jahr bereits aus.

Behrendt skizzierte den Ausschussmitgliedern die Idee eines Neubaus, beispielsweise in unmittelbarer Nachbarschaft der KGS an der Bahnhofstraße. „Von dort aus sind wir schnell auf der Bundesstraße und schnell in der Stadt“. Allerdings wisse er um die Haushaltssituation der Stadt. Ausschussmitglied Olejniczak sieht nur einen möglichen Weg zu einem Neubau: „Einen Investor suchen, den Neubau bauen lassen und dann mieten. Anders kann es bei der finanziellen Lage der Stadt nicht gehen.“

Die Ortsfeuerwehr Hachmühlen braucht Platz. Bereits seit längerer Zeit ist der Umbau der Hausmeisterwohnung im Feuerwehrhaus zum Schulungsraum vorgesehen, die Arbeiten sollen in Eigenleistung erfolgen. Ein entsprechender Antrag wurde bereits im August 2006 gestellt, die Stadt hat in einer Kostenermittlung für Material- und Genehmigungen rund 17 000 Euro errechnet. Schäden am Gebäude wurden nicht festgestellt.

Knackpunkt der Feuerwehr Brullsen ist die Beleuchtung des verwinkelten Anfahrtsweges auf dem Grundstück zum Feuerwehrhaus. Die Verwaltung verweist auf eine Vereinbarung mit dem ehemaligen Ortsbrandmeister, wonach die Stadt Lampenmast und Leuchtenkopf zur Verfügung stellt, die Ortswehr in Eigenregie die Aufstellung übernimmt.

Unverständlich für viele Ausschussmitglieder: Der gelieferte Lampenmast liege seit sechs oder sieben Jahren auf dem Grundstück bereit. In Eigenleistung will die Wehr auch die Renovierung der Toilette und das Streichen des Gemeinschaftsraumes übernehmen.

In Hasperde kritisiert die Ortswehr die kleine Elektroheizung, die nicht in der Lage sei, die Fahrzeughalle zu heizen. Die Wände des Gebäudes weisen innen wie außen Feuchtigkeit auf, die von der Bodenplatte aufzusteigen scheint. Die Kosten einer eventuellen Sanierung – so die Darstellung im Ausschuss – stehen aber in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Eine Umstellung auf eine Gasheizung würde bei Berücksichtigung der Eigenleistung der Feuerwehr rund 5000 Euro betragen. Im Ausschuss wurde daran erinnert, dass das Geld für die Heizung in der Vergangenheit bereits bereitgestellt wurde, dann aber aufgrund der Überlegungen, die Ortsfeuerwehr zu schließen, anderweitig verwendet wurde.

Platznot und kalte Räume sind die Probleme in Flegessen. Die Heizung der Fahrzeughalle ist an den Heizkreislauf der Schule gekoppelt, der ab Mittag heruntergeregelt wird. Um eine warme Fahrzeughalle zu erhalten, müsste die Heizung hochgeregelt werden – mit der Fahrzeughalle würde dann aber die am Abend nicht genutzte Schule geheizt.

Wärme wird in der Fahrzeughalle allerdings benötigt, denn dort probt der Feuerwehrmusikzug, der in Flegessen oder Klein Süntel keinen anderen Übungsort mehr hat. Der stellvertretende Bauamtsleiter Dirk Hitzemann teilte mit, dass im städtischen Haushalt 8000 Euro für die Schaffung einer Heizungsanlage eingestellt seien.

Risse im Mauerwerk des Gerätehauses hatte die Feuerwehr Klein Süntel kritisiert – bei der Begehung stellte Hitzemann heraus, dass es sich um einen Setzungsriss handle, der fachgerecht geschlossen worden sei. An anderer Stelle war Wasser ins Mauerwerk eingedrungen – vor einem neuen Anstrich muss die Wand getrocknet werden.

In Luthringhausen weist die Wand des Feuerwehrgerätehauses nach Sanierungsarbeiten des Baubetriebsamtes keine Feuchtigkeit mehr auf. Ein Zaun stellt sicher, dass das gesamte Gelände der Feuerwehr auch von der Wehr genutzt werden kann.

Nur eine Kleinigkeit beanstandete die Feuerwehr Nettelrede: Nach einem Wasserschaden hat sich Deckenfarbe abgelöst. Außerdem sollte das Feuerwehrhaus aus optischen Gründen gestrichen werden.

Schäden am Feuerwehrhaus in Böbber wurden bei der Begehung nicht bekannt, allerdings wurde kritisiert, dass das Haus insgesamt eng gebaut ist. Die Elektroheizung im Gemeinschaftsraum ist nicht regulierbar.

Ohne Mängel: das Feuerwehrhaus in Egestorf. Auch in Hamelspringe wurden keine Mängel bekannt. In Bakede muss eine zusätzliche Abgasabsauganlage installiert werden, sonst ist das Feuerwehrhaus ohne Mängel.

In Beber wurde den Ausschussmitgliedern ein in Eigenleitung errichtetes Carport vorgestellt. Bauliche Mängel am Haus würden zeitnah beseitigt, erläuterte der Ortsbrandmeister.

Trotz bereits erfolgter Reparaturen bilden sich am Feuerwehrhaus Rohrsen nach wie vor Setzrisse, auch die Eingangstür schließe nicht richtig. Ein geplanter und bereits genehmigter Anbau an das Gebäude soll erst dann erfolgen, wenn ein neues Fahrzeug beschafft wird.

Eine Kältebrücke zwischen Fahrzeughalle und Gemeinschaftsraum wollen die Mitglieder der Wehr in Eimbeckhausen beseitigt wissen, vor die Dachrinnen sollen Laubschutzgitter.

In Nienstedt trafen die Ausschussmitglieder keinen Vertreter der dortigen Feuerwehr an.

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