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Feuerwehr und Rotes Kreuz üben an der Tempsstraße

NETTELREDE. Nettelrede am Dienstag gegen 19.20 Uhr: Die Sonne ist schon fast untergegangen, die Anwohner in Nettelrede genießen ihren Feierabend. Doch dann heulen überall am Deisterrand die Feuerwehrsirenen, piepen die Funkmelder der Einsatzkräfte.

Einsatz der Drehleiter: Das breite Fahrzeug wird rückwärts durch die Straßen gelotst. Vor dem Qualm gerettet: Ein Unfallopfer wird versorgt. Fotos: Mensing

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Gert Mensing Reporter

65 Feuerwehrangehörige und 15 Einsatzkräfte des DRK waren am Dienstag an der Tempsstraße im Einsatz – eine Übung. Nach einer Verpuffung ist in einem Wohnhaus ein Feuer ausgebrochen, Menschen werden in dem brennenden Objekt vermisst. Es gibt Alarm für den gesamten Stützpunkt Eimbeckhausen.

Aus Nettelrede, Eimbeckhausen, Rohrsen und Nienstedt rücken Fahrzeuge an, dazu der Einsatzleitwagen aus Bad Münder sowie die Atemschutzüberwachung aus Hamelspringe und ein Rettungswagen des DRK. Bereits auf der Anfahrt ist Rauch über dem Ortskern zu erkennen, aus dem Haus wabern Rauchschwaden. Zu der Übung hatten der stellvertretende Stadtbrandmeister Sascha Nagel und DRK-Bereitschaftsleiter Matthias Wenzel gerufen.

Knapp drei Minuten nach dem Alarm sind Martinshörner von Einsatzfahrzeugen zu hören, sieben Minuten dauert es aber, bis das Löschfahrzeug aus Nettelrede und das Tanklöschfahrzeug aus Eimbeckhausen vor Ort sind. Zwei Minuten verstreichen, ehe die Lage erkundet wird – da sind Schläuche schon entrollt.

Das ausgearbeitete Szenario verlangte einiges von den Einsatzkräften. In dem verwinkelten Objekt werden mehrere Bauarbeiter, die mit Abrissarbeiten beschäftigt waren, vermisst. Es besteht die Gefahr, dass die angrenzende Scheune mit in Brand gerät. Die Löschwasserversorgung ist knapp: Nur aus Hydranten in der parallel verlaufenden August-Katz-Straße sowie von der Kreuzung an der Kreisstraße steht Wasser zur Verfügung – als Reserve gibt es eine abseits gelegene Zisterne.

Die Atemschutz-Sammelstelle wird von der Ortswehr Hamelspringe vor dem gegenüberliegenden Dorfgemeinschaftshaus eingerichtet. Um 19.42 Uhr steht die erste Wasserleitung und Trupps können unter Atemschutz ins Objekt vordringen. Weitere sieben Minuten später wird die erste Person gerettet. Inzwischen ist auch die nachalarmierte Drehleiter aus Bad Münder sowie die Schnelle Einsatzgruppe (SEG) des DRK auf dem Weg.

Besonders knifflig für den Fahrer der Drehleiter: Rund um den Einsatzort sind die Straßen eng und nur schwer zugänglich – die Tempsstraße ist seit zwei Jahren verengt, das breite Einsatzfahrzeug kann nur über die August-Katz-Straße heranfahren. Um auf den Hof des brennenden Gebäudes zu gelangen, rangieren die Feuerwehrleute das Fahrzeug schließlich rückwärts durch eine Gasse am Dorfgemeinschaftshaus. Um 20.04 – knapp 40 Minuten nach dem ersten Alarm heißt es „Wasser marsch“ aus der Höhe.

Derweil werden die Atemschutzgeräteträger noch von einem Schreckensszenario überrascht: Einer ihrer Kameraden ist in dem Gebäude zusammengebrochen. Was sich später als Teil der Übung entpuppt, sorgt zunächst für Angst und Ungewissheit – denn auch bei Übungen ist so etwas möglich und der Kamerad spielt den Schwächeanfall gut.

In einer ersten Analyse zeigten sich Nagel und Wenzel zufrieden: Die Menschenrettung sei gut gelungen, auch die Wasserversorung sei ausreichend gewesen. Kleine Fehler sollen bei einer Nachbesprechung thematisiert werden.



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