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Feuerwehr Bad Münder plant für Einsätze in der Höhe

BAD MÜNDER. Mit der Drehleiter geht es für die Freiwillige Feuerwehr oft hoch hinaus – um von oben zu löschen, Menschen aus oberen Stockwerken zu retten. Doch nicht immer reicht das schwere Fahrzeug aus, oft müssen die Kameraden auch direkt auf den Dächern herumklettern. Dafür ist eine besondere Ausbildung gefragt.

An der Leine: Die Kameraden, die die Fachgruppe gründen wollen, üben im Wald den Einsatz am Hang, gesichert mit Seil und speziellem Gurtsystem. Foto: Feuerwehr/Klose
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Feuerwehrkameraden, die dann fachmännisch absichern können und außerdem geübt im Einsatz in Höhen und Tiefen sind, gibt es abseits der speziell ausgebildeten Höhenrettung nur wenige. „Da kommt man mit dem normalen Feuerwehrgurt oft nicht weiter“, erklärt Wolfgang Hornung, der für die Feuerwehr in Bad Münder eine neue Fachgruppe „Einsätze in Höhen und Tiefen“ ins Leben rufen will. Damit will Hornung eine Lücke füllen zwischen regulärem Feuerwehreinsatz und Höhenrettung. „Dafür gibt es eine Spezialtruppe in Oldendorf“, erklärt Hornung, der die klare Unterscheidung zu der von ihm angedachten Fachgruppe betont. „Unser Einsatz geht über die normale Absturzsicherung hinaus“, erklärt Hornung, „aber die Grenze liegt bei 30 Metern in der Höhe.“

Ein realistisches Szenario: Feuer in einer Fabrikhalle im Stadtgebiet. Die Drehleiter kommt zum Einsatz, gleichzeitig muss aber das Dach geöffnet werden, um besser an die Brandstellen zu kommen oder womöglich von oben Menschen zu retten. „Dann könnten wir uns an der Drehleiter sichern und von oben arbeiten“, erklärt der Beberaner. Vorstellbar sind auch Einsätze in unwegsamen Gelände im Süntel oder Deister, wo mit einer Schleifkopftrage eine verunglückte Person gerettet werden muss. „Oder wenn wir eine suizidgefährdete Person retten müssen, die auf einen Kran geklettert ist.“

In seinem Beruf hat er mit vergleichbaren Szenarien zu tun: Hornung arbeitet bei VW in Hannover, ist dort auch Mitglied der Werksfeuerwehr: „Dort haben wir entsprechende Ausrüstung, sind für solche Einsätze geschult.“ Vor Ort in Bad Münder seien die Kameraden zwar in der Absturzsicherung geschult, das reicht aus Sicht von Hornung aber nicht aus: „In der normalen Ausbildung lernt man als Feuerwehrmann, was Absturzsicherung bedeutet. Aber die spezielle Ausrüstung darf man dann noch nicht benutzen.“

Bei einem Feuerwehreinsatz würde dann die Fachgruppe zusätzlich alarmiert werden, nach Einschätzung der Einsatzleitung. Anreisen würden dann zwei Personen der Fachgruppe, die dann die Klettereinsätze übernehmen. „Im Notfall kann auch ein Kamerad mit dem Feuerwehrgurt absichern“, erklärt Hornung, „aber ideal ist das nicht.“ Außerdem fehle die Routine bei solchen Einsätzen, abseits der Ausbildung werde eine derartige Absturzsicherung selten geübt. Aus einer solchen Übung heraus habe sich auch die Idee der Fachgruppe gebildet, erklärt Hornung. Insgesamt neun Kameraden, die die Absturzsicherung bereits in ihrer Ausbildung hatten, wollen in der Fachgruppe mitarbeiten. „Wir treffen uns bereits einmal im Monat, um verschiedene Szenarien zu üben.“ Weitere Kameraden könnten in der Zukunft dazustoßen. „Weitere neun Leute befinden sich gerade in der Ausbildung.“

Karabiner, Seile, spezielle Kleidung – die Grundausrüstung für die Absturzsicherung ist bereits vorhanden. Damit die Fachgruppe Höhen und Tiefen ihre Arbeit aufnehmen kann, sei aber noch weiteres Material nötig. „Da laufen die Gespräche bereits mit der Verwaltung“, sagt Hornung. Einen Fahrplan, wann die Fachgruppe ihre Arbeit aufnehmen kann , gibt es aber noch nicht. Als Stützpunkt ist die Ortswehr in Beber angedacht.

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