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Nach Dauerregen: Absage des "Joch'n'Roll" - und Brandstiftung / Polizei: Ansonsten "alles friedlich"

Festival: Nach dem Abbruch brennt die Bude

Rehren (rnk). Das "Joch'n'Roll-Festival" ist bei seiner Auetaler Premiere am dritten Tag wegen des Dauerregens abgebrochen worden, Fans haben daraufhin Zelte und das Kassenhäuschen in Brand gesetzt, die Polizei verhinderte weitere Ausschreitungen durch ihre Präsenz: Rund 40 Beamte, darunter aus Nienburg und Hameln, sicherten das Eigentum der Festival-Betreiber und der Bands gegen weitere Übergriffe.

Die Chronologie eines Wochenend-Albtraums für die Festivalbetreiber beginnt schon am Freitagabend, dem zweiten Festivaltag. Der schwere Dauerregen hat die Wiese vor der Oelberger Brücke völlig durchweicht, die wichtigen Zufahrten sind nicht mehr befahrbar: Die Toilettenanlagen können nicht geleert werden, die Stände nicht beliefert werden, zudem gibt es permanent Probleme mit der Stromversorgung. Und was ist mit der großen Bühne? Wie hoch ist ihre Stadtfestigkeit auf dem nassen Boden? Fragen, die das Organisationsteam beantworten muss. Für Chef-Organisator Gerd Siepmann ist das "Joch'n'Roll" zu diesem Zeitpunkt bereits beendet: Er liegt mit einer Kreislaufschwäche im Krankenhaus. Wir spielen weiter, entscheidet das Festival-Team. Viele Fans sind wegen "Rage" und den "Apokalyptischen Reitern" gekommen, das Organisations-Team befürchtet schwere Randale der zum großen Teil alkoholisierten Fans, wenn das Aus verkündet wird. Aber am nächsten Morgen geht gar nichts mehr. Um 11 Uhr gibt es eine Einsatzbesprechung mit Polizeileitung, Auetals Bürgermeister Thomas Priemer und Mitgliedern des Organisation-Teams, der Entschluss fällt schnell: Bis hierher und nicht weiter. Weil die Lautsprecheranlage aber nicht mehr richtig funktioniert, werden die etwa 600 Fans vom Organisationsteam grüppchenweise informiert. Es bleibt zunächst ruhig und friedlich, das Ende wird eher gelassen hingenommen. Um 13 Uhr kippt die Stimmung um. Und zwar heftig: Erst brennt ein Zelt, dann das Kassenhäuschen mitten auf der grünen Wiese, danach noch einmal ein Zelt. Die Feuerwehr löscht, so gut es eben geht, die Polizei reagiert. Rund 40 Beamte zeigen Präsenz: An jeder Zufahrt steht unübersehbar ein Polizeiwagen, gegenüber dem Gelände werden Mannschaftswagen geparkt, drei bis vier Beamte sichern zudem das Großzelt des Veranstalters - die Angst vor weiteren Übergriffen ist deutlich spürbar. Gegen 16 Uhr hat sich die Lage entspannt, die meisten Fans haben den Heimweg angetreten. Polizeihauptmeister Harald Groß, der mit seinem Kollegen Manfred Schütte den Einsatz vor Ort koordiniert, erklärt Bettina Voss und Sven Gutke vom Organisationsteam die Spielregeln: Bis 18 Uhr wird die Polizei weiterhin Zelt, Anlagen und Bühnenequipment schützen, danach wird abgezogen. Bis dahin soll das Gelände geräumt sein. Auf dem Parkplatz geht zu dieser Zeit ohne Trecker kaum noch etwas: Auto für Auto muss aus dem durchweichten Untergrund auf die Straße gezogen werden. Um 18 Uhr sind noch etwa 30 Fans auf dem Gelände, zumeist stehen sie unter Alkoholeinfluss. Die Polizei entscheidet, dass sie die Nacht in ihren Zelten verbringen dürfen und am nächsten Morgen den Heimweg antreten sollen. Es bleibt friedlich. Gegen 19 Uhr zieht die Polizei ein Fazit. An den anderen Tagen gab es keinerlei Einsätze, keine Krawalle, kein Ärger, weder in den umliegenden Ortschaften noch auf dem Gelände. Daher: "Aus polizeilicher Sicht spricht nichts gegen eine Wiederholung im nächsten Jahr", erklärt Polizeihauptkommissar Schütte. Die starke Polizeipräsenz habe am Sonnabend weitere Ausschreitungen unterbunden, bis dahin habe man ein ruhiges und friedliches Fest gefeiert, gar keine Frage, meint Schütte: "Warum die Stimmung dann so gekippt ist - kein Ahnung", sagt der Polizeibeamte.




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