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Sommeraktion führt zum Rintelner Flugplatz und seinem Luftbahnhof / Rekordteilnahme bei Rundflug

Fernsicht im Tower - Freiheit in der Luft

Rinteln (clb). Es ist das Freiheitsgefühl sowie die Vielfältigkeit und die Verantwortung, die Ascan Lutteroth reizen, wenn er in ein Flugzeug steigt und ganz alleine losfliegt. Er entscheidet selbst, wohin es gehen soll und wen er mitnimmt - seinen Fluglehrer braucht er nicht mehr fragen, denn seit einem Jahr ist der 19-Jährige im Besitz der Private Pilot License (kurz PPLC genannt), einer offiziellen Flugberechtigung.

Dass der Flugsport eine seiner ganz großen Leidenschaften ist, merkt man sofort - so auch die Teilnehmer der Sommeraktion unserer Zeitung, die von Ascan Lutteroth und seinem 18-jährigen Vereinskollegen Max Jansen einmal quer über das Gelände des Rintelner Luftsportvereins (LSV) geführt werden. Mehr als 30 Leute sind es, die sich am Mittwochmittag um Punkt 14 Uhr am Flugplatz einfinden, um bei strahlendem Sonnenschein und einem fast wolkenlosen Himmel den Begrüßungsworten von Sommeraktionsorganisator Leo Stewing zu lauschen. Und genau 27 sind es, die sich im Anschluss an die 45-minütige Führung selber in die Luft wagen - natürlich nur in Begleitung von den erfahrenen LSV-Piloten. Bevor die großen Hallen, wo die Flugzeuge geparkt und repariert werden, sowie der Tower besichtigt werden, führen Ascan Lutteroth und Max Jansen ihre etwa zehnköpfige Gruppe zu den Flugzeugen und erklären die einzelnen Funktionen der Maschinen und Cockpits. Der erste Stopp wird beim Typ "Duo Discus X" eingelegt, ein Segelflieger, der in der Regel ohne Probleme 500 bis 600 Kilometer fliegen kann. In Deutschland dürfen Segelflugzeuge übrigens eine Höhe von bis zu maximal 3000 Metern erreichen. Die beiden roten Bindfäden, die sich auf dem gläsernen Dach festgeklebt sind, gehören mit zu den wichtigsten Utensilien beim Fliegen, erklären die beiden Gruppenführer: Wenn beide Fäden während des Flugs ganz gerade nach hinten wehen, ist das ein Zeichen dafür, dass der Wind genau von vorne kommt - und alles in bester Ordnung ist. Weiter geht es zum sogenannten Schulungsflugzeug (Typ "ASK 21"), mit dem vor allem Flugschüler das Segelfliegen erlernen. "So ein Flugzeug ist wesentlich stabiler gebaut, relativ leicht zu handhaben und trudelsicher", erläutert Ascan Lutteroth. Und nicht schlecht staunen die Sommeraktionsteilnehmer, als sie den im Gegensatz zu den Flugzeugen eher winzig wirkenden Anhänger sehen, in dem die Maschinen transportiert werden - natürlich einzeln und auseinandergebaut. Im großen Tower - dem "Luftbahnhof" von Rinteln - hat man einen Panoramaausblick über das gesamte Flugplatzgelände. Hier sitzt während des Wochenendbetriebes ein ehrenamtlicher Flugleiter, der mit den an- und abfliegenden Piloten per Funk Kontakt aufnimmt und diese mit den aktuellen Wetter- und Windbedingungen vertraut macht. Nach der 45-minütigen Führung heißt es für einige der schwindelfreien Zeitungsleser zunächst einmal warten - denn vorab wurde per Los die Rundflug-Reihenfolge festgelegt. "Wir sind sehr gespannt", verrät Otto Gottwald aus Eisbergen, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Dorothea zum ersten Mal an einem Rundflug und zum zweiten Mal an einer Sommeraktion teilnimmt. Im letzten Jahr seien sie schon bei den Heeresfliegern in Bückeburg gewesen - und auch dieses Mal hat den Gottwalds die Führung über den Rintelner Flugplatz "sehr gut gefallen". Ähnlich zufrieden ist Michael Nolte aus dem Auetal, der sich in erster Linie wegen seinem 13-jährigen Sohn Yannic, aber natürlich auch aus Eigeninteresse bei der Sommeraktion angemeldet hat. Seit 1951 gibt es den Rintelner Luftsportverein. Und seit seiner Gründung hat sich nicht nur das Gelände vergrößert, auch die Mitgliederzahl ist stetig gestiegen - inzwischen auf rund 100. Sieben Flugzeuge besitzt der Verein, darunter zwei Motorflugzeuge und einen Motorsegler. Geöffnet ist der Flugplatz immer sonnabends und sonntags von 10 bis 19 Uhr - sowohl für den heimischen als auch für fremden Flugverkehr. Unter der Woche findet auf dem LSV-Gelände in der Regel kein Flugbetrieb statt. Wer dennoch landen oder starten möchte, muss sich vorher telefonisch im Tower anmelden unter der Nummer (05751) 2002.




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