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SZ/LZ-Sommeraktion in der Wildnisschule Wennenkamp / Ralph Müller weckt das Interesse am Leben ohne Hightech

Fernab von der Zivilisation: Fuchsfell, Feuer und Natursalbe

Wennenkamp (mav). Hightechgeräte, elektrisches Licht, Heizung - Standard seit der industriellen Revolution. Aber wie sieht ein Leben ohne die modernen Technologien aus? Ralph Müller hat im Rahmen der Sommeraktion unserer Zeitung 22 Lesern einen Einblick gegeben, wie man auch ohne technische Hilfsmittel zurechtkommt. Am Montag versammelte sich die Gruppe an der Natur- und Wildnisschule in Wennenkamp.

Ralph Müller (l.) zeigt den Teilnehmern Gegenstände aus dem Wald

Jung und Alt konnten an diesem Nachmittag lernen, welche Pflanzen man gefahrlos essen kann, wie Schnüre oder Naturpflaster hergestellt werden und wie sich ein Feuer ohne Streichholz oder Feuerzeug entzünden lässt. Schon auf dem Gang zum Erlebnisgelände am Wald machte die Gruppe halt, um von den Brennnesseln am Wegesrand zu naschen. Danach führte der Teamleiter die Teilnehmer zu einem Tisch, auf dem verschiedene Dinge aus dem heimischen Wald zum Ansehen und Anfassen bereitstanden. Und so streichelten die meisten zum ersten Mal ein Fuchsfell, schmierten sich Natursalbe auf die Haut oder erkannten, welches Gewicht ein Hirsch mit seinem Geweih täglich zu tragen hat. Dann hielt der Naturexperte ein seltsames Eisenstück in die Luft: "Das ist ein Schlageisen, mit dem man Feuer machen kann und das die Menschen den Toten früher ins Grab legten." Feuer bedeutete in Urzeiten nicht nur Schrecken, sondern auch Schutz. Unsere Vorfahren brauchten es zum Wärmen und nutzten es als Lichtquelle. Und so suchten sie nach Möglichkeiten, Feuer zu machen. Dazu nutzten sie solch ein Schlageisen, das Müller in seinen Händen hielt. Er erklärte, dass man zuerst mit dem Metall an einem Feuerstein entlang schlagen müsse, um mit den Funken ein kleines Stoffstück zu entzünden. Mit diesem werde schließlich Strohwolle in Brand gesetzt, die in ein Strohnest gelegt wird. Dann soll so lange gepustet werden, bis ein Feuer entsteht. So einfach lautet die Theorie - die Praxis entpuppte sich dann aber zunächst als etwas schwieriger. Zwar schafften die meisten es sofort, einen Funken zu schlagen, aber mit diesem das Stoffstück zu entflammen, war weitaus komplizierter. Doch schon bald war die Hürde überwunden und die ersten Strohbündel qualmten. "Das war mein Feuer", erzählte Christian Langer (12) stolz und zeigte auf einen Aschehaufen. Schließlich schafften es alle, ihren Strohhaufen ohne moderne Hilfsmittel in Brand zu setzen. Wer nun Lust auf mehr Natur bekommen hat, kann an einem Kurs in der Natur- und Wildnisschule teilnehmen. Informationen dazu gibt es im Internet unter www.natur-wildnis-schule.de.

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