×
Maximilian Baritz bestreitet Matinee als Solokonzert / 14-jähriges Großtalent brilliert im Festsaal des Schlosses

Faszinierende Tongirlanden aus dem Saxofon

Bückeburg. Am Sonntagmorgen nach dem exklusiven Benefiz-Konzert im Festsaal des Schlosses (wir berichteten) hatte Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe abermals in seine Räumlichkeiten gebeten. Es handelte sich diesmal allerdings um ein kostenloses Hörereignis mit dem 14-jährigen Saxofon-Großtalent Maximilian Baritz, das am Abend zuvor schon an gleicher Stelle zu brillieren wusste.

Autor:

Dietlind Beinßen

Es war eine Stunde der tönenden Faszination, die der sympathische Bläser und dessen kurzfristig eingesprungene Klavierpartnerin Olga Sologina bestritten. Bereits in der romantisch angehauchten "Fantasie" des Franzosen Demmersemann verstand es der zudem noch frisch und fröhlich kommentierende Jungstar, das Reservoire seines Instruments voll auszuschöpfen. Sowohl bei rasanten Parts als auch in lieblichen Melodienbögen fand er noch Farben, wo andere längst nicht mehr suchen. In der an die Oper Carmen erinnernden, in alle Richtungen hin schillernden "Spanischen Serenade" agierte er ebenfalls mit einer geschmeidigen Selbstverständlichkeit, um die ihn manch älterer Fachkollege beneiden dürfte. Entsprechenden Anschauungsunterricht in Sachen Vielfalt boten Maximilian und Olga im rhythmischen "Walse Vanite". Dieses ausdrucksstarke Stück stammt von dem Amerikaner Widoft, einem Sohn deutscher Emigranten, durch den das Saxofon bekannt geworden ist. Dass die Pianistin eine Begleiterin ist, die stützt, mitgestaltet und den musikalischen Fluss vorantreibt, zeigte sich bei Itturaldes von dem Duo zum Glühen gebrachter "Pequena Czarda" in besonderem Maße. Und Maximilian Baritz gelang dabei das Diffizilste mühelos: Er umgab das hier sanfte, dort ausufernde Werk mit einer Sphäre des selten Gehörten. Bewundernswert leicht nahm er die vielen Laufkaskaden. Klar, dass der Beifall nur so prasselte. Nach diesem Höhepunkt folgte mit Blick für Kontraste und fein ersonnen Milhauds koloritreiche "Scaramouche". Die Rede ist laut Maximilian von sogenannter Zigeunermusik mit allem Drum und Dran. Gemeint waren mit lustvoller Verve gemeisterte halsbrecherische Tongirlanden und dererlei Schwierigkeiten mehr, an denen es in der fetzigen Zugabe, Matitias "The Devils´Rag", wahrlich auch nicht fehlte. Eine tolle Matinee!




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt