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Familiengeschichte zwischen Bücherrücken

Bad Münder. Im Zeitalter von Internet-Clouds und vernetzten Systemen in der Stadtverwaltung noch etwas wirklich Handfestes: die Bücher mit den Stammbäumen der beiden Lehen St. Annen und St. Bartholomäi. Karin Kurdzel von der Stadtverwaltung pflegt sie als Geschäftsführerin und hat im Laufe der Jahre eine enge Bindung zu den von der Stadt verwalteten Stiftungen aufgebaut – obwohl sie selbst nicht zu den Nachfahren der Stifter Ading, Langehans und Lüder gehört. „Leider nicht“, lacht Kurdzel. Einmal im Jahr präsentiert sie die Ergebnisse ihrer Arbeit zwischen den historischen Buchdeckeln auch öffentlich im Lehensausschuss, jetzt war es wieder soweit: 40 neue Eintragungen gibt es in die Stammtafeln des St. Annen-Lehens aus dem Jahr 1484. Als Besonderheit stellte Kurdzel eine neue Eintragung in die Tafeln des St.-Bartholomäi-Lehens aus dem Jahr 1353 vor, damit wächst die Zahl der Eintragungen in die 27 Stammtafeln auf 204.

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Deutlich umfangreicher sind die Eintragungen in die 793 Stammtafeln des St. Annen-Lehens, dort gibt es inzwischen 6260 Einträge. Direkte Nachfahren der Stifterfamilien können als Studierende in den Genuss von Stipendien kommen. Die Erträge der beiden Stiftungen werden jedes Jahr zur Hälfte für Stipendien verwendet, die andere Hälfte fällt an die Petri-Pauli-Kirchengemeinde. 5000 Euro werden in diesem Jahr ausgezahlt, und da es im vergangenen Jahr aufgrund fehlender Beschlüsse nicht zur Auszahlung kam, sind auch 5000 Euro aus 2014 zu verteilen. Die Politik um den Ausschussvorsitzenden stimmte diesem Vorschlag Kurdzels zu. Dass der Ausschuss in Zeiten sinkender Renditen überhaupt etwas zu verteilen hat, liegt an der Art des Vermögens, das die Stifter der Stadt zur Verwaltung anvertrauten: Rund 200 Morgen Ländereien brachten sie vor mehr als 500 Jahren ein – ein Kapital, das Kriege und Inflationen überdauerte und noch heute Pachteinnahmen generiert. Darunter fallen unter anderem die Einnahmen, die die Stadt an die Stiftung zahlt. 150 Euro pro Jahr sind es beispielsweise für den Spielplatz „Am Schwarzen Pfahl“, den die Stadt für weitere zehn Jahre mietete. Nach kurzer Diskussion, ob der Zweck der Nutzung nicht auch einen Verzicht auf Einnahmen rechtfertigen würde, entschieden sich die Ausschussmitglieder gegen den Vorschlag – schließlich hätten sie die Aufgabe übernommen, das Stiftungskapital zu verwalten und zu mehren.jhr



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