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Selbsthilfegruppe appelliert in Offenem Brief an Jugendamtsmitarbeiter

Fall Lügde: Was Betroffene ans Kreishaus schreiben

Was löst das Schweigen von Zeugen aus dem Hameln-Pyrmonter Jugendamt vor dem NRW-Untersuchungsausschuss „Kindesmissbrauch“ bei Betroffenen aus? Eine Antwort geben die Mitglieder einer Selbsthilfegruppe, die nach Bekanntwerden des „Falls Lügde“ zusammengefunden hat.

Die Menschen, die bis heute unter den Folgen früh erlittener sexueller Gewalt leiden, haben am Freitag einen offenen Brief an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes geschickt. Kopien des Schreibens gingen auch an Landrat Dirk Adomat (SPD) und die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses.

Vor dem Hintergrund, „dass viele Vergewaltigungen hätten verhindert werden können, wenn an den entscheidenden Stellen verantwortungsvoll und für das Wohl des Kindes gehandelt worden wäre“, empfinden die Betroffenen das Schweigen derer, die direkt mit dem Missbrauchsfall Lügde zu tun hatten, als „Schlag ins Gesicht“.

Mit Blick auf das Versprechen von Ex-Landrat Tjark Bartels, für eine lückenlose und vorbehaltlose Aufklärung der Vorgänge zu sorgen, appellieren die Autorinnen „eindringlich an die Zeugen, Ihr persönliches Schutzbedürfnis zurückzustellen und (…) wirklich alles dafür tun, dass dieses Verbrechen an Kindern aufgeklärt wird und die Arbeit in Ihrem Jugendamt vollkommen neu ausgerichtet werden kann, damit so etwas NIE wieder passiert.“ Sie schließen die Bitte ein, Fehler „zuzugeben und einzugestehen“. Sie fordern: „Tragen Sie auch bitte die Folgen davon. Die Opfer müssen das auch.“

Ihr Wunsch: „professionelle, liebevolle, ehrenhafte Mitarbeiter/innen in einem funktionierenden, gut aufgestellten Jugendamt (…), dem wir vertrauen können, das unsere Kinder und Jugendlichen schützt und ihnen zum Wohl arbeitet“. (jl)


Wer die Selbsthilfegruppe kontaktieren möchte: Sie ist erreichbar unter Telefon 0170-2966080.



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