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Menschen 2020

Fall Lügde noch immer in den Schlagzeilen

Der Kindesmissbrauchsfall Lügde bewegt nach wie vor die Menschen. Wie kaum ein anderes Thema sorgt der Fall Lügde nun schon seit Jahren für zahlreiche Schlagzeilen.

Und das, obwohl der SPD-Politiker Ulrich Watermann im Sommer das Thema mit dem Versuch einer lokalen Basta-Politik für erledigt erklären wollte. Für ihn sei der Fall Lügde aufgeklärt, stellte Watermann, der beruflich in der Jugendhilfe tätig war, für sich fest – für die Öffentlichkeit und den Untersuchungsausschuss in Nordrhein-Westfalen ist das noch lange nicht der Fall.

Tatsächlich gibt es noch viele offene Fragen zu dem Komplex des massenhaften Kindesmissbrauchs, Fehlern bei der Polizei und in Ämtern wie dem Jugendamt Hameln-Pyrmont, frisierten Akten, geschwärzten Namen, verweigerten Aussagen von Jugendamts-Mitarbeitern.

Sonderermittlerin Christa Frenzel stellte in ihrem Prüfbericht zum Fall Lügde handwerkliche Fehler und schlampige Arbeit im Jugendamt
Hameln-Pyrmont fest.

Vor diesem Hintergrund sorgte ein Antrag des im Zuge des Lügde-Skandals zurückgetretenen Landrates Tjark Bartels (SPD) auf Anerkennung eines Dienstunfalls als Ursache für einen Burnout für viel Aufregung in der öffentlichen Wahrnehmung – auch, weil vor allem die SPD argumentierte, diese Personalangelegenheit gehe die Öffentlichkeit nichts an. Eine Kreistagsmehrheit von 27 zu 18 Stimmen entschied, den Antrag zu genehmigen. Die Information dazu, wer wie abgestimmt hat, wurde vom aktuellen Landrat Dirk Adomat (SPD) zur Geheimsache erklärt.

Politische Folgen gibt es dennoch: Der Hessisch Oldendorfer Ratsherr Jochen Huch (parteilos in der CDU-Fraktion) legt seine politischen Ämter aus Verärgerung über die Zustimmung von Hessisch Oldendorfer Ratsmitgliedern in der Causa Bartels nieder. Und die SPD hat quasi hausinternen Krach: Der Alt-Sozialdemokrat Karl- Heinz Brandt rechnet mit seiner Partei ab: „Bartels wäre als Sozialdemokrat gut beraten gewesen, mit seinem normalen Ruhegehalt zufrieden zu sein. Und ich hätte mir gewünscht, dass die SPD ihn davor bewahrt hätte, sich dem Vorwurf der Raffgier auszusetzen.“TT




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