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"Zwei Häuser ohne Dorfanschluss": Landesbehörde sieht keinen Querungsbedarf

Fahrbahnteiler für B 83 abgelehnt: Deckberger reagieren mit Unverständnis

Deckbergen (mld). Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat den geplanten Fahrbahnteiler für die B 83 in Höhe der Alten Heerstraße 2 in Deckbergen nicht genehmigt. Das hat Ortsbürgermeister Eckhard Hülm dem Ortsrat bei der jüngsten Sitzung mitgeteilt. Die Mitglieder reagierten mit Unverständnis auf den Behördenentschluss - bereits seit Jahren fordern sie eine Maßnahme zur Verkehrsberuhigung am Ortseingang.

Ein Fahrbahnteiler würde, so die Überlegungen der Ortsratsmitglieder, nicht nur die Autofahrer zum Langsamfahren zwingen, sondern könnte auch als Querungshilfe für Fußgänger und Radfahrer dienen. Doch daraus wird nichts: Es sei "kein wesentlicher Querungsbedarf vorhanden", so die Begründung der Landesbehörde. Bei der für die Fahrbahnteilung vorgesehenen Stelle an der Alten Heerstraße 2 handele es sich lediglich um "zwei Häuser ohne Dorfanschluss", las Ulrich Kipp von der Stadtverwaltung den Beschluss vor. "Wir haben keine Möglichkeit, die Maßnahme zu planen und zu finanzieren", benennt Markus Brockmann von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln den Grund für die Absage. Den Wunsch der Deckberger nach einer Verkehrsberuhigung könne er "natürlich verstehen", doch eine Baumaßnahme dieser Größenordnung sei "nicht preiswert". Um den Verkehr zu beruhigen, sei ein Fahrbahnteiler "nur wirksam, wenn die Autofahrer eine deutliche Lenkbewegung machen müssen" - entsprechend groß müsse die Verkehrsinsel ausfallen. Gleichzeitig jedoch müssten Lkw und der landwirtschaftliche Verkehr die Fahrbahnverengung problemlos passieren können. "Für diesen Umbau müssten wir Steuergelder in die Hand nehmen", mahnt Markus Brockmann an. Er schätzt die hierfür benötigte Summe auf 20 000 bis 50 000 Euro. Zudem gebe es an der vorgesehenen Stelle keinen Radweg, "also keinen Grund für eine Querungshilfe", erläutert Brockmann. In Hohenrode gehört der Fahrbahnteiler längst zum Straßenbild: Im Rahmen einer Straßenerneuerung vor zwei Jahren wurden an der L 443 ein neuer Radweg und eine Verkehrsinsel angelegt. Diese sei eine gute Querungshilfe für Fußgänger und Radfahrer, so Ortsbürgermeister Helmut Dörjes. Doch statt den Verkehr zu beruhigen, bewirke sie genau das Gegenteil: "Der Verkehr wird zuerst abgebremst, die Autofahrer beschleunigen dann aber wieder und werden direkt auf die Bushaltestelle zugeführt." Die Haltestelle würde oft als zusätzliche Fahrbahn benutzt - obwohl dort zu den entsprechenden Zeiten viele Schulkinder stünden. "Wir sind sehr frustriert", kommentiert Wilhelm Kuhlmann, der in der Alten Heerstraße 1 wohnt, die Deckberger Verkehrssituation. Seit Jahren kämpfen er und seine Nachbarn um eine Beruhigung der Straße. "Die Autos überholen schon weit vor dem Ortsschild, die fahren bei mir schon hundert!" Auch kämen Kuhlmanns wegen des dichten Verkehrs nur schwer über die Straße. "Und manchmal stehe ich 15 Minuten in meiner Einfahrt, wenn ich mit dem Auto links abbiegen will." Er hat eine ganze Handvoll von Vorschlägen parat: das Ortsschild versetzen, einen Blitzer aufstellen, eine Umgehungsstraße bauen. "Die B 83 wurde schon hundert Mal umgebaut", schimpft er. "Aber die Menschen, die hier wohnen, werden einfach vergessen."




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