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Landrat legt Konzept zur Nachnutzung des Krankenhausareals vor / Umsetzung soll Anfang 2017 beginnen

Facharztzentrum, Wohnen und Behörden

Stadthagen. Die Planungen des Landkreises für die Nachnutzung des Krankenhaus-Areals werden immer konkreter und verbindlicher. Erstmals hat Landrat Jörg Farr mit dem Stadthäger Verwaltungsauschuss am Mittwoch ein politisches Gremium darüber informiert. Im Anschluss skizzierte Farr zusammen mit dem Stadthäger Bürgermeister Oliver Theiß die Pläne im Gespräch mit dieser Zeitung.

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Ein wichtiges Standbein ist demnach die Einrichtung eines Facharztzentrums. Dazu wird der Gebäudekomplex gegenüber dem Haupteingang der Klinik genutzt. Sämtliche sieben dort bereits ansässigen Arztpraxen werden bleiben. „Das haben alle betroffenen Ärzte erklärt“, erläuterte Farr. Dazu wird das an der Obernstraße gelegene Medizinische Versorgungszentrum mit seinen zwei Fachpraxen in den Gebäudetrakt wechseln. In diesem gebe es noch weitere räumliche Potenziale. Sollten sich dafür Ärzte bewerben, sei der Landkreis offen für eine Ansiedlung. „Wir werden aber nicht selber aktiv Ärzte von woanders abwerben“, versicherte der Landrat.

Farr berichtete ergänzend, die Krankenhausprojektgesellschaft habe erklärt, sie wolle am Standort Vehlen kein Ärztehaus bauen. Soll heißen: Mit einem Abzug von Ärzten aus Stadthagen nach Vehlen ist nicht zu rechnen.

„Die Stadtverwaltung unterstützt diese Pläne und bekennt sich mit Priorität zum Krankenhausareal als Standort für ein Facharztzentrum“, kommentierte Theiß. Sollte freilich ein Investor konkrete Pläne mit Ärzten für einen anderen Standort in der Hinterhand haben, „würden wir das zusätzlich unterstützen“, fügte der Bürgermeister hinzu.

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  • Landrat Jörg Farr (kleines Bild links) und Bürgermeister Oliver Theiß stellen die Pläne für die Nachnutzung des Krankenhausareals (großes Bild) vor. rg, ssr

Die zweite Säule der Nachnutzung wird laut Farr die Errichtung von „bezahlbarem seniorengerechtem Wohnraum“ sein. Gedacht ist an bis zu 60 Wohnungen, die alle in unmittelbarer Nähe zum dem Krankenhausareal benachbarten Kreisaltenzentrum gebaut werden sollen. Besonderer Reiz: Durch die Nähe zur stationären Einrichtung können von dort Pflegeleistungen aller Art bis hin zur kompletten Tagespflege in Anspruch genommen werden.

Was die Klinikgebäude angeht, werden nach Darstellung von Farr der OP-Trakt und das direkt angrenzende Bettenhaus abgerissen. Beide wären extrem sanierungsbedürftig. In die beiden verbleibenden Kliniktrakte werden Einrichtungen der Kreisverwaltung einziehen, die derzeit „in Außenstellen quer über die Stadt verteilt sind“, so Farr. Dazu zählen unter anderem das Gesundheitsamt, der Sozialpsychiatrische Dienst, die Abfallwirtschaftsgesellschaft und die Bußgeldstelle.

Das vierte Standbein der Nachnutzung stellt Farr unter das Motto „Junges Wohnen am Schloss“. Der Landkreis will dafür die Freiflächen des Areals verkaufen. „Wir haben schon Interessenten, die bereit sind, das gesamte Gelände aus einer Hand zu vermarkten“, berichtete der Landrat. Entstehen sollen dort Ein- und Mehrfamilienhäuser vor allem für junge Familien. „Wie das konkret aussieht, wird aber letztlich der Markt entscheiden“, sagte Farr.

Mit Blick auf das gesamte Nachnutzungskonzept betonte Farr als große Attraktivität die Nähe zur Innenstadt: „Bis zur Obernstraße sind es fünf Minuten.“

„Wir sind froh, dass wir jetzt eine gewisse Planungssicherheit haben“, würdigte Theiß aus Sicht der Stadt. So sei gewährleistet, dass mit der Umsetzung Anfang 2017 direkt nach dem Auszug des Krankenhauses begonnen werden könne.



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