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Ärztezentrum gescheitert / Einzelhandelsketten winken ab / Post zeigt Interesse an einem Teil der Fläche

Extra-Markt: Kaum Chancen für Nachnutzung

Bad Münder (mf). Seit etwa zwei Jahren steht der frühere Extra-Markt an der Wallstraße leer. Alle Bemühungen, den Standort neu zu beleben, sind bislang fehlgeschlagen, wie Eigentümer Folkert Bruns gegenüber der Neuen Deister-Zeitung einräumt. Offenbar erwägt jetzt aber die Deutsche Post, einen Teil der Gewerbefläche für ihren bislang noch an der Süntelstraße untergebrachten Zustellstützpunkt anzumieten.

Gähnende Leere: Einzig die Post zeigt derzeit Interesse daran, einen Teill des alten Extra-Marktes zu nutzen.  Foto: jhr

Unternehmenssprecher Jens-Uwe Hogardt bestätigte auf Anfrage, dass die Post aus der alten Hermapal-Immobilie ausziehen will. Aufgrund einer zwölfmonatigen Kündigungsfrist könne das Mietverhältnis aber nicht kurzfristig beendet werden. Man sehe sich aber bereits nach einem neuen Standort in der Kurstadt um. „Wir suchen etwas, das eher unseren Anforderungen und Bedürfnissen entspricht“, sagt Hogardt. Von dem Zustellstützpunkt an der Süntelstraße aus bedienen nach seinen Angaben 15 Mitarbeiter eine ebenso so große Zahl von Verteilbezirken.

Ungeachtet des Post-Interesses ist Eigentümer Bruns aber nicht sehr zuversichtlich, den alten Extra-Standort komplett verpachten oder gar verkaufen zu können. „Ich habe unzählige Gespräche geführt und mir nur Absagen eingehandelt – unter anderem von Aldi“, berichtet der Unternehmer aus Goslar. Vor einiger Zeit habe es sehr konkrete Überlegungen für ein Ärztehaus dort gegeben. Die Pläne sahen Bruns zufolge vor, nach einem Umbau des Gebäudes vier oder fünf Arztpraxen und eine Apotheke anzusiedeln. Nachdem aber wiederholt Mediziner abgesprungen seien, habe er das Vorhaben schließlich ganz beerdigt.

Chancen, dort wieder einen Lebensmittelmarkt zu eröffnen, sieht Bruns kaum noch. Verantwortlich dafür macht er Politik und Verwaltung und hier vor allem Bürgermeisterin Silvia Nieber. Deren Entscheidung, wenige hundert Meter entfernt an der Bahnhofstraße ein „völlig überdimensioniertes“ Einzelhandelszentrum zuzulassen, habe der Innenstadt den Todesstoß versetzt, ist Bruns überzeugt. „Damit wurde sämtliche Kaufkraft aus dem Zentrum abgezogen.“

Für weitere Einzelhandelsketten sei Bad Münder damit uninteressant geworden, glaubt er. In einer Stadt, deren Einwohnerzahl sinke, könne man nicht beliebig die Verkaufsfläche vergrößern, kritisiert Bruns. „Diese Rechnung geht nicht auf.“

Anstatt die weitere Entwicklung dem freien Spiel der Kräfte zu überlassen, hätte die Stadt mit der Firma Tenbrinke als Entwicklerin des Rohmelcenters gleichzeitig eine Regelung für den Extra-Standort treffen müssen, sagt Bruns. „Beispielsweise in einem städtebaulichen Vertrag.“ Weil das versäumt worden sei, müsse Bad Münder nun wahrscheinlich noch länger mit dem Leerstand leben. Ein Abriss des Gebäudes komme für ihn nicht in Frage, macht Bruns deutlich. Die Kosten dafür stünden in keinem Verhältnis zum Erlös aus einem möglichen Grundstücksverkauf.

Der für heutige Branchenverhältnisse relativ kleine Extra-Markt an der Wallstraße hatte im Januar 2009 seine Pforten für immer geschlossen, nachdem die Extra-Kette ein Jahr zuvor von der Rewe-Gruppe übernommen worden war. Im Februar 2010 eröffnete Rewe einen neuen, größeren Markt im Rohmel-Center. An der Bahnhofstraße befindet sich auch noch ein Penny-Discounter, der ebenfalls zum Rewe-Konzern gehört.



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