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„Internationales Sing-Café“ für Flüchtlingskinder und Einheimische

Experimentieren mit Stimme und Klang

Bückeburg. Als Projekt zur Integration und Sprachförderung von Flüchtlingskindern haben die Musikschule Schaumburger Märchensänger und die katholische Kirchengemeinde St. Marien ein „Internationales Sing-Café“ ins Leben gerufen: Zwei bis dreimal im Monat treffen sich Einheimische und deren Kinder mit in Bückeburg untergebrachten Flüchtlingsfamilien in dem im Oberwallweg 2a gelegenen Pfarrheim, um dort gemeinsam zu singen und in der Pause bei einem Gläschen Tee oder einer Tasse Kaffee miteinander ins Gespräch zu kommen. Dabei variiert die Anzahl der Teilnehmer, so Johannes Kersting, Vorstandsmitglied des Vereins, pro Termin zwischen rund 25 und 65 Personen.

Autor:

Michael Werk

„Unser Projekt wendet sich an drei- bis elfjährige Kinder, die mit ihren Familien aus ihren Heimatländern fliehen mussten“, führt Birgit Maxin, die sich ebenfalls im Vorstand der Musikschule Schaumburger Märchensänger engagiert, weiter aus. „Es werden einfache, deutsche Kinder-, Volks- und Spiellieder gesungen.“ Daneben könnten die Flüchtlingskinder aber auch Lieder beisteuern, die ihnen noch aus ihrer Heimat vertraut sind. Da die meisten Kinder jedoch „weder lesen können, noch die deutsche Sprache verstehen“, sei für dieses Projekt ein besonderes pädagogisches Konzept erforderlich. „Große Bedeutung hat hierbei das Experimentieren mit Stimme, Klang und Rhythmus. Statt mit ausgedruckten Liedtexten, wird der Text durch Bilder, Gesten und Mimik vermittelt.“

Zu den bestehenden Sprachbarrieren kommt laut Maxin hinzu, dass die Flüchtlingskinder oftmals traumatisiert sind und sie sich somit in einer schwierigen psychischen Verfassung befinden. Mit dem „Internationalen Sing-Café“ wolle man daher auch dazu beitragen, dass die schwierige Situation dieser Kinder etwas gelindert wird, indem ihnen die neue Sprache und Kultur vertrauter werden, sowie Kontakte zu einheimischen Kindern geknüpft werden können. „So wirkt das Projekt für die Flüchtlingskinder sprachfördernd und integrierend.“

Wie von Maxin weiter zu erfahren ist, wird das im Oktober gestartete „Internationale Sing-Café“ finanziell vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert, wobei bis Ende 2015 circa 4000 Euro bewilligt sind. Und zwar im Rahmen des als Unterstützung für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche aufgelegten Programms „Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung“. Dabei ist die Musikschule Schaumburger Märchensänger die Antragstellerin für das zur Durchführung des lokalen Projektes benötigte Fördergeld (Fördergeld für 2016 ist bereits beantragt). Zudem ist der Verein für die Abrechnung, Konzeption und Kommunikation zwischen den Bündnispartnern sowie einiger anderer Unterstützer zuständig.

Geleitet wird das Projekt von der Musikpädagogin Magdalena Koller, Gesangslehrerin an der Musikschule Schaumburger Märchensänger, der auch die musikalisch-konzeptionelle Planung obliegt, sowie von Jochen Bockholt, zertifizierter Singgruppenleiter und Coach. Ferner wirken die Erzieherin und Musikpädagogin Angela Duhr und der Gitarrist Eberhard Girr als musikalische Betreuer mit. Nicht zu vergessen all jene ehrenamtlichen Helfer, die sich beispielsweise rund um die Pausenverköstigung der Teilnehmer und die Pausenbetreuung der Kinder (Stichwort: Bastelangebote) kümmern.

Noch ein Hinweis: Das nächste „Internationale Sing-Café“ ist für Sonntag, 27. Dezember, geplant. Weitere Termine sind Freitag, 15. Januar 2016, und – last, but not least – Freitag, 29. Januar 2016. Die Veranstaltungen im Pfarrheim St. Marien dauern jeweils von 16 bis 18 Uhr. Informationen zu den dann folgenden Terminen gibt es bei der Musikschule Schaumburger Märchensänger und der katholischen Kirchengemeinde.




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