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"LandArt": Zwei Kunstprojekte prägen mehrere Wochen lang das Dorf Frille

Exotische Flatterwesenüberfliegen Malerisches und Märchenhaftes

Frille (jp) . Mit dem Kunstprojekt "Fleisch-Schwärmer" sowie einer großen Quilt-Ausstellung hat das LandArt-Festival seinen Einzug in Frille gehalten. Seit dem 11. Juli läuft dieses Festival unter dem Motto "Märchen Mythen und Magie" an verschiedenen Ausstellungs- und Veranstaltungsorten im gesamten Landkreis Minden-Lübbecke. Veranstalter der beiden Ausstellungen in Frille ist der Verein Dorfwerkstatt.

Mit den farbenprächtigen "Fleisch-Schwärmern" ist eine ganz besonders exotische Insektenart in Frille zwischengelandet. Von verschiedenen Hauswänden schauen die großen, in der Flügelspannweite fast zwei Meter messenden Schmetterlinge auf den Passanten herab. Kreiert hat die bunten Riesenflügler aus Aluminiumblech und wetterfester Folie Brigitte Hadlich aus Bayreuth, und entstanden ist dieses Projekt vor etwa zwei Jahren innerhalb des Gesamtkunstwerks "Kunstraum - Empfindungsraum". Künstlerin Brigitte Hadlich sieht in der Kombination von Schmetterlingen und dem Thema Fleisch das Sinnbild für die Ambivalenz von Körperlichkeit und Geistigkeit: Je bewusster sich der Mensch seiner Fleischlichkeit werde, desto mehr strebe er nach geistiger Entwicklung. Die "Fleisch-Schwärmer" seien die künstlerische Ausdrucksform für den Wunsch des Menschen, die Erdhaftung hinter sich zu lassen. Zu finden sind die "Fleisch-Schwärmer" in Frille an verschiedenen Hausfassaden und sollen so zur Diskussion anregen, unter anderem an der Straße Am Freithof, an der Heimvolkshochschule "Alte Molkerei" sowie am leerstehenden Dorfkrug. Gemeinsam mit der Präsentation der Schmetterlinge wurde im Mühlen-Informationszentrum eine Ausstellung mit Quilts eröffnet, auch diese zum Thema "Märchen Mythen und Magie". Zahlreiche Besucher konnte der Vorsitzende der Dorfwerkstatt Frille, Michael Douwenkamp, dazu begrüßen, darunter auch Petershagens Bürgermeisterin MarianneSchmitz-Neuland, Ortsvorsteher Heinrich Fehring sowie Landrat a.D. Wilhelm Krömer, der in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Mühlenvereins zugleich auch Hausherr und Gasgeber im Mühlen-Informationszentrum ist. Unter Quilt versteht man eine handgefertigte Decke aus mehreren Lagen Stoff. Oben liegt die Schauseite, auch Top genannt, die Zwischenlage bildet ein wärmendes Vlies aus Wolle, Baumwolle, Seide oder Synthetik. Die Rückseite oder die Unterseite besteht zumeist aus einer Stoffbahn. Diese drei Lagen werden mit groben Heftstichen oder Sicherheitsnadeln gegen ein Verschieben während der weiteren Bearbeitung fixiert. Die zuvor beschriebenen Lagen werden durch möglichst kleine Quiltstiche, das sind einfache Reihstiche, auch Heftstiche genannt, zusammengehalten, um ein Verschieben der drei Lagen, insbesondere ein Verrutschen der wärmenden Einlage, zu verhindern. Die ersten Quilts gelangten mit den Kreuzrittern nach Europa. Eine Kältewelle im 14. Jahrhundert sorgte für eine weitere Verbreitung in Form von Kleidung, Decken und Wandteppichen. In den letzten Jahren hat sich daraus eine eigenständige Kunstform entwickelt, der in Deutschland über 7000 Quilterinnen regelmäßig nachgehen. Die 31 Quilts, die derzeit in Frille im Mühleninformationszentrum, in der Evangelisch-lutherischen Kirche sowie in Viets Kultur- und Dorfcafé ausgestellt werden, stammen aus der gesamten Bundesrepublik. Sie zeigen zum Teil malerische Landschaften, aber auch Märchenmotive wie zum Beispiel den gestiefelten Kater. Die Quilts, die in der Kirche zu sehen sind, haben das Thema Auferstehung. Das Landart-Festival selbst läuft noch bis zum 31. August. Die beiden Dauerausstellungen in Frille werden sogar noch bis zum 13. September zu sehen sein.




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