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Insolvenzverwalter fordert von Ex-Oberkreisdirektor Krauß vier Millionen Euro

EWR-Pleite – Aufsichtsräte sollen Schadenersatz zahlen

Hameln. Wer einmal für das einstige Tourismus-Vorzeigeprojekt Erlebniswelt Renaissance (EWR) Verantwortung getragen hat, könnte Probleme bekommen, denn: Insolvenzverwalter Stephan Höltershinken verlangt von einigen Ex-Geschäftsführern sowie von allen ehemaligen Aufsichtsräten und deren Vorsitzenden Schadenersatz – sofern die Ansprüche noch nicht verjährt sind. Es geht um Summen von 36 000 Euro bis 9,4 Millionen Euro. 

Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

Der Rechtsanwalt ist der Meinung, dass Ex-EWR-Geschäftsführer wie Dr. Carsten Bartsch, der sich seit gestern vor der 8. Kammer für Handelssachen des Landgerichts Hannover erklären muss, „Schäden verursacht haben und alle damaligen Aufsichtsräte ihrer Aufsichtspflicht nicht ordnungsgemäß nachgekommen sind“. Nicht alle Personen, die Höltershinken ins Visier genommen hat, haben bereits von der Anwaltskanzlei Göhmann Klageentwürfe oder Schreiben mit Forderungen erhalten.

 Dem ehemaligen Hameln-Pyrmonter Oberkreisdirektor und Ex-EWR-Aufsichtsratsvorsitzenden Hans-Jürgen Krauß ist nach Informationen der Dewezet, die Höltershinken bestätigt hat, erst vor wenigen Wochen ein mehr als 100-seitiger Klageentwurf zugestellt worden. Der Insolvenzverwalter fordert darin etwa 4 Millionen Euro.

 Gegen den ehemaligen EWR-Geschäftsführer Thomas Gersmeier hat Höltershinken bereits einen Zivilprozess vor dem Landgericht Essen angestrengt. Die Schadenersatzforderung soll 9,4 Millionen Euro betragen.

 „Ich bin den Gläubigern und damit auch der N-Bank und letztlich auch dem Steuerzahler verpflichtet, sämtliche Schadenersatzansprüche – gegen wen auch immer – geltend zu machen“, erklärt Höltershinken im Gespräch mit der Dewezet. Auf der Liste derjenigen, von denen er Schadenersatz haben möchte, stehen unter anderem Hameln-Pyrmonts Landrat Rüdiger Butte und der ehemalige Landrat von Schaumburg, Heinz-Gerhard Schöttelndreier. „Ob die Gerichte später meine Rechtsauffassung teilen werden, wird sich zeigen“, sagt Höltershinken.

 Butte erklärte am Abend auf Nachfrage: „Es stehen fast alle, die jemals Verantwortung getragen haben, auf dieser Liste. Ich sehe dem mit Ruhe und Gelassenheit entgegen.“ Sein Rechtsanwalt Peter Müller-Gundermann fügte hinzu: „Mein Mandant war nur kurze Zeit Aufsichtsratsvorsitzender. In dieser Zeit hat er keine Fehler gemacht, die Schadenersatzforderungen auslösen würden. Fakt ist auch: Herr Butte wird im strafrechtlichen Ermittlungsverfahren als Zeuge und nicht als Beschuldigter geführt, denn er war es, der damals die Notbremse gezogen und die Staatsanwaltschaft in Hannover eingeschaltet hat.“ Die Reaktion von Krauß: „Kein Kommentar. Das sind Gerüchte.“



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