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Sopranistin interpretiert den Meister des Jazz unverfälscht /"Kultur op de Deel" diesmal - leider - nicht ausverkauft

Esther Lorenz bringt Gershwin auf die Dreves-Diele

Bad Eilsen (sig). Vielleicht hat der Kurort in den letzten Wochen zu viel Kultur geboten. Zumindest war die zeitliche Nähe zwischen der Veranstaltung "Kultur op de Deel" und dem "Ensemble six" im Kursaal zu groß. Anders lässt es sich kaum begründen, dass beim Wiedersehen mit Esther Lorenz die Dreves-Diele nicht bis auf den letzten Platz gefüllt war. Vielleicht hat aber auch die nachdrückliche Warnung vor "Emma" einige zum Daheimbleiben veranlasst.

Die Sopranistin besitzt von früheren Auftritten her schon einen größeren Freundeskreis im Eilser Raum. Und da sie sich diesmal ausschließlich Georg Gershwin widmen wollte, konnte der ausrichtende Heimat- und Kulturverein durchaus ein besseres Echo erwarten. Dieser amerikanische Komponist ist wahrlich kein Unbekannter, und die Atmosphäre der Landhausdiele hat ebenfalls wenig Vergleichbares in der Region. Lorenz bereicherte ihren Auftritt mit biografischen Informationenüber jenen Komponisten, der eigentlich Jacob Gershowitz hieß und ein Sohn russisch-jüdischer Emigranten war. Seine Familie verließ 1892 Petersburg, um über Hamburg nach New York zu gelangen. Mit zwölf Jahren begannen dessen erste Versuche auf dem eigentlich für seinen Bruder Ira angeschafften Klavier. Bereits als 18-Jähriger begann Gershwin Notenrollen für elektrische Klaviere zu bespielen. Seine erste eigene erfolgreiche Komposition war ein Ragtime. 1918 folgte der Song "Swanee", der dazu beitrug, dass Tonschöpfungen von ihm in Broadway-Musicals verwendet wurden. Sein Bekanntheitsgrad wuchs. Er schrieb Musik für klassische Konzerte und für Tonfilme. Mit einem Song aus dem Broadwaystück "Funny Face" eröffnete Esther Lorenz ihr Konzert, bei dem sie aufmerksam und einfühlsam begleitet wurde von dem Pianisten Thomas Bergler aus Bad Homburg. Er bekam auch schon am Anfang die Chance, sein Können bei einem Solovortrag mit der Komposition "Lady be good" zu beweisen. Der Film- undTanzstar Fred Astaire schätzte diesen Song besonders und lief dabei mehr als einmal zu tänzerischen Höchstleistungen auf. Lorenz vergaß nicht zu erwähnen, dass Gershwin ein Meister des Jazz wurde. Um sich inspirieren zu lassen, besuchte er häufig den New Yorker Stadtteil Harlem. Diese Einflüsse machten sich bei der "Rhapsody in Blue" und der Komposition "Ein Amerikaner in Paris" bemerkbar. Aus der Auswahl der von Lorenz dargebotenen Lieder ragte "Summertime" aus der amerikanischen Folk-Oper "Porgy and Bess" hervor, die auf Wunsch von Gershwin nur von Schwarzen aufgeführt werden sollte. Lorenz bot die Komposition in der ihm eigenen unverfälschten Färbung dar und erhielt starken Beifall. Nicht minder bekannt geworden ist der ebenfalls zu der US-Oper gehörende Hit "I got plenty of nothing", den Thomas Bergler gekonnt darbot. Esther Lorenz sorgte mit dem mitreißendem jazzigen Prunkstück "I got rhythm" aus dem Musical "Girl Crazy" für einen weiteren Höhepunkt dieses Konzerts.




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