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Serie zum Klimaschutz - Teil 2: Gaby Edling aus Volksen kauft regionale Produkte ohne viel Verpackung

Essen: Wie man beim Einkauf das Klima schützt

Volksen/Landkreis (crs). Prall und rot liegen sie da, geradezu frech verführerisch sehen sie aus, unverschämt saftig-süß duften sie. Die ersten Erdbeeren des Jahres, frisch aus Andalusien eingeflogen. Da kann einem schon das Wasser im Mund zusammenlaufen. Gaby Edling aber würdigt Erdbeeren in diesen Tagen keines Blickes und greift stattdessen lieber zuÄpfeln aus der Region. "Erdbeeren kommen mir im März nicht auf den Tisch", erklärt sie. Und liefert damit ihren ganz eigenen Beitrag zum Klimaschutz - denn beim Einkauf auf saisonale Produkte zu achten, das ist ein wesentlicher Aspekt einer klimafreundlichen Ernährung.

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Dass der Klimawandel auch auf dem heimischen Esstisch passiert, ist noch lange nicht bei allen Verbrauchern angekommen. "Viele Menschen sind gerade im Umdenkprozess", hat Gaby Edling beobachtet, "da muss noch einiges passieren." Die bunte Warenwelt der deutschen Konsumparadiese, wo Frühkartoffeln aus Ägypten sich neben Cocktailtomaten aus Israel kuscheln, macht es dem Einzelnen nicht gerade leicht. "Auch im Winter gibt es ja kaum etwas, das es nicht zu kaufen gibt", sieht Gaby Edling das reichhaltige Angebot unter Klimaschutz-Gesichtspunkten nicht unkritisch. Ihr selber fällt es nicht schwer, außerhalb der Saison auf Erdbeeren oder zum Beispiel Spargel zu verzichten: "Das könnte ich jetzt nicht mit gutem Gewissen essen." Aber Mangel müsse sie deswegen noch lange nicht leiden, lacht die 42-Jährige: "Wir essen im Winter gerne heimische Kohl-arten, da gibt es tolle Sachen und eine riesige Vielfalt." Auch sonst spielt der Klimaschutz beim Lebensmitteleinkauf der Familie aus Volksen immer eine ganz große Rolle. Vor allem Bio-Lebensmittel kommen in den Einkaufskorb, gerne Produkte mit Öko-Siegel. Und Gaby Edling achtet darauf, überflüssige Verpackungen zu vermeiden, verzichtet komplett auf Plastiktüten. Ihre Einkäufe verstaut sie in Leinentaschen oder Körben, "in meinem Auto liegen immer vier oder fünf davon". Um unnötige Abfälle zu vermeiden, kauft sie besonders gerne direkt beim Erzeuger ein: Im Hofladen wandern die Äpfel direkt von der Waage in den Korb, ohne Tütchen oder Klebeetikett. Dieses Konzept lebt sie bis ins kleinste Detail: "Für die frisch aufgeschnittene Mortadella bringe ich mir Tupperdosen mit." Mit ihrem Gang zum Hofladen beherzigt Gaby Edling einen weiteren Aspekt des klimafreundlichen Einkaufs: Wer regionale Produkte kauft, hilft mit, lange Transportwege und damit unnötigen CO 2 -Ausstoß zu vermeiden. Der Fruchtsaft aus der näheren Umgebung ist ökologisch vorteilhafter als die Most-Spezialität aus Niederösterreich, Butter vom Bauern um die Ecke klimafreundlicher als das Kleeblatt-Produkt aus Irland. "Ich kaufe sehr gerne Lebensmittel aus der Region", sagt Gaby Edling. "Aber natürlich geht das nicht bei allen Produkten - bei Kaffee zum Beispiel wird's schwierig..." Ein Dogma macht die Mutter eines achtjährigen Sohnes ohnehin nicht aus ihrer Lebensweise, von verbitterter Ideologie keine Spur. "Das geschieht bei uns alles aus Spaß und Liebe an der Sache heraus", erklärt sie fröhlich. Natürlich wünscht sie sich, mehr Menschen von der Notwendigkeit des Klimaschutzes auch im alltäglichen Kleinen überzeugen zu können. Ausgeprägtes Sendungsbewusstsein ist ihr trotzdem fremd. "Nicht predigen, sondern vorleben", hat sie sich zum Motto gemacht. "Dann kriegen es irgendwann alle Leute mit." Ihr eigenesökologisches Bewusstsein war schon immer stark ausgeprägt. Für Gaby Edling gehören Ökologie und Klimaschutz zu einem ganzheitlichen Lebenskonzept, das außer dem Schutz der Ressourcen und der Erdatmosphäre auch die eigene gesunde Ernährung und den fairen Handel mit Entwicklungsländern umfasst - deswegen engagiert sie sich auch ehrenamtlich im Rintelner Eine-Welt-Laden. Und seit der Geburt ihres Sohnes Felix vor acht Jahren hat der sanfte Umgang mit Natur und Klima eine weitere Bedeutung erlangt. "Schließlich geht der Klimaschutz besonders künftige Generationen an." Nächste Folge: Wie Autogas den Schadstoff-Ausstoß um bis zu 50 Prozent senkt. Internet-Forum: Diskutieren Sie mit - www.schaumburger-zeitung.de.

"Erdbeeren mitten im Winter müssen nicht sein": Gaby Edling aus
  • "Erdbeeren mitten im Winter müssen nicht sein": Gaby Edling aus Volksen achtet bei ihrer Ernährung auf saisonale Produkte, kauft gerne Bio-Lebensmittel und vermeidet Verpackungen, wo es möglich ist. So leistet die 42-Jährige auch bei der Ernährung ihren Beitrag zum Klima-schutz. Foto: crs


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