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„Es war fünf vor zwölf“

Flegessen. Auf dem Gelände der Tischlerei „Nut & Feder“ an der Straße „Zum Pfingstanger“ in Flegessen ist in der Nacht zu gestern ein Feuer ausgebrochen. Ein Lieferwagen und ein an die Werkstatt angebauter Holzlagerschuppen, in dem sich unter anderem Regalsysteme, Baumaterial und Geräte befanden, standen lichterloh in Flammen. Ein zweiter Klein-Lkw, den Tischlermeister Uwe Schrake gerade noch rechtzeitig aus dem Gefahrenbereich holen konnte, wurde beschädigt. Durch Hitzestrahlung seien an dem Fahrzeug Kunststoffteile geschmolzen, hieß es. Der Gesamtschaden wird von dem Unternehmer auf mehr als 70 000 Euro geschätzt.

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Experten des Kriminal-Ermittlungsdienstes des Polizeikommissariats Bad Münder suchten am Brandort nach Spuren. Danach sagte Kriminalhauptkommissar Jürgen Keller: „Wir gehen derzeit von einem technischen Defekt an einem Mercedes Sprinter aus.“ Das Fahrzeug stand direkt vor dem Lagerschuppen. Flammen aus dem Motorraum müssten demnach auf den Anbau übergegriffen sein. Anhaltspunkte, die auf einen Kabelbrand im Außenlager hindeuten, haben die Beamten bislang nicht gefunden.

Das Feuer wurde etwa eine halbe Stunde nach Mitternacht entdeckt. Eine Nachbarin hatte Knalle gehört und sofort Alarm geschlagen. Durch die große Hitze waren Welleternitplatten, mit denen das Dach eingedeckt ist, geplatzt. Schrake vermutet, dass auch „Spraydosen hochgegangen“ sind.

Der Feuerschein sei schon aus weiter Entfernung zu sehen gewesen, sagte Einsatzleiter Carsten Koch. In sechs Orten heulten die Sirenen – nur in Bad Münder wurden die Freiwilligen ausschließlich über Pieper alarmiert. Die Leitstelle der Feuerwehr schickte zunächst Löschmannschaften aus Flegessen und Hachmühlen sowie Spezialisten für Atemschutzüberwachung aus Hamelspringe zum Einsatzort.

Angesichts der meterhohen Flammen, die die Tischlerei akut bedrohten, forderten die ersten Kräfte Verstärkung an: Wenig später eilten Freiwillige aus Brullsen, Hasperde, Klein Süntel und Bad Münder ihren Kameraden zur Hilfe. 76 Ehrenamtliche kämpften mit Wasser und Schaum gegen die Flammen, die sich bereits vom Dach des Anbaus bis zur Fassade der Werkstatt gefressen hatten. An der Hauswand war es bereits so heiß, dass Scheiben sprangen. „Es war fünf vor zwölf“, meint Schrake. Der Tischlermeister lobt das reibungslose Zusammenspiel der Wehren – und deren Schnelligkeit. „Die Helfer waren innerhalb kürzester Zeit vor Ort. Sie haben definitiv Schlimmeres verhindert.“

Bei „Nut & Feder“ läuft der Betrieb mit Einschränkungen weiter. „Ich konnte nicht schlafen. Da habe ich noch in der Nacht meine Kunden darüber informiert, dass ich wegen eines Brandes momentan nicht zu ihnen kommen kann“, sagt der Meister.ube



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