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Schulvorstand probiert "Meyers Zwergenschmaus" / 2,50 Euro pro Mahlzeit / Test geht weiter

Es schmeckt sehr gut, aber ist es auch gesund?

Rehren (la). Es ist schon ein etwas ungewohntes Bild: Schulleiter Carl Gundlach verteilt Kartoffelbrei, Rotkohl und Hähnchenschnitzel und reicht die Teller den Mitgliedern des Schulausschusses. "Ich mag keinen Rotkohl", stellte die achtjährige Maija Groth sofort fest, die den "Essenstest" für die Kinder mitmachte. "Oje, da haben wir es schon. Die Kinder essen eben nicht alles", meinte da eine Mutter. "Den Geschmack jedes Kindes werden wir nie treffen. Das müssen wir so hinnehmen", sagte Arnd Plöger von der Firma "Meyer Menü".

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Die Firma hatte zum Probeessen in die Grundschule Auetal eingeladen. Der Schulvorstand ist derzeit dabei, einen Anbieter für das Mensa-Essen im Rahmen der Ganztagsschule ausfindig zu machen. Das Essen soll schmecken, gesund sein, der Aufwand gering und die Kosten für Eltern bezahlbar. Der Kontakt zu "Meyer Menü" war über einen Vater entstanden. Das Unternehmen produziert seine Menüs für Erwachsene und den "Zwergenschmaus" für Kinder an fünf Standorten und verfügt über 18 Vertriebsstandorte zwischen Hamburg und dem Ruhrgebiet. Für die Grundschule Auetal ist die Vertriebsstelle Kalletal zuständig, gekocht wird das Essen in Bielefeld. "Alles wird täglich und aus frischen Lebensmitteln zubereitet. Lediglich das Gemüse verwenden wir schockgefrostet. Das ist auch gesünder, weil der Vitamingehalt höher ist als bei frischem Gemüse, das bereits nach drei Tagen bis zu 50 Prozent der Vitamine verliert", erläuterte Firmenchef Lars Gromann. Der "Zwergenschmaus" sei in der Menge und Zusammenstellung auf die Bedürfnisse von Kindern abgestimmt. "Unsere Menüs sind ausgewogen, natürlich, weniger gewürzt und schmecken den Kindern", so Gromann. Den Mitgliedern des Schulausschusses hat die Mahlzeit, bei der es zum Abschluss auch Joghurt und frische Früchte gab, sehr gut geschmeckt. Trotzdem blieben einige Mütter skeptisch. "Das Essen wird morgens um sieben Uhr in Bielefeld gekocht und bis 12.30 Uhr warm gehalten. In der Zeit verliert es doch an Geschmack und wertvollen Inhaltstoffen", meinte Silke Groth, Vorsitzende des Fördervereins der Grundschule und ausgebildete Ökotrophologin (ausgebildet in den Bereichen Haushalts- und Ernährungswissenschaften). "Haben Sie einen Geschmacksverlust bemerkt?" fragte Gromann die Anwesenden und erntete Kopfschütteln. "Nein, das Essen schmeckt", meinte auch Gundlach. Frisch gekochtes Essen, das fünf Stunden warmgehalten wird, und zwar mit speziellen Warmhaltegeräten, sei gesünder, als Tiefkühlkost, erläuterte Gromann. Sein Unternehmen stellt den Kunden kostenlos Warmhaltegeräte zur Verfügung, in denen die Mahlzeiten von der Lieferung bis zum Verzehr zwischen 50 und 70 Grad warm gehalten werden. Aus diesen Geräten heraus kann das Essen dann gleich auf die Teller der Kinder serviert werden. "Das ist für uns sehr einfach und kostengünstig", sagte Gundlach. "Eine Küche, in der für die Grundschulkinder vor Ort gekocht wird, ist einfach viel zu teuer. Dieses Menü ist eine gute Alternative", meinte Olaf Humke von der Gemeinde Auetal. Sollte "Meyer Menü" das Essen für die Grundschulkinder ab August 2008 liefern, so müssten die Eltern dafür täglich 2,50 Euro bezahlen. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Noch will der Schulvorstand sich weiter informieren und weitere Angebote einholen.



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