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Israels Ex-Botschafter Avi Primor trägt sich ins "Goldene Buch" ein

"Es gibt mehrere Wege zum Ziel"

Stadthagen (ssr). "Es gibt mehrere Wege, dasselbe Ziel zu erreichen." Mit dieser di plomatischen Formulierung hat der frühere israelische Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland, Avi Primor, in Anwesenheit der Kontrahenten auf die Unstimmigkeiten im Vorfeld der "Menora"-Übergabe am vergangenen Wochenende in Stadthagen reagiert. Primor war von Bürgermeister Bernd Hellmann gebeten worden, sich ins "Goldene Buch" der Stadt einzutragen. Zu diesem Akt am Dienstagabend waren auch die Hauptbeteiligten des "Erinnerungsprojektes für die Nazi-Opfer in Schaumburg" geladen worden.

Außer durch spürbar gedrosselte Andeutungen von Akteuren und die ausgleichende Reaktion des über die Vorgänge offenbar bestens orientierten Ex-Diplomaten spielten diese bei der Zusammenkunft aber keine Rolle mehr. Primor, der auf Einladung des Kreisvorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Friedrich Lenz, in Stadthagen weilte, ließ sich über die verschiedenen Stränge der Aufarbeitung jüdischer Geschichte in Schaumburg informieren. Die Palette reichte von der bereits vor 30 Jahren begonnenen pädagogischen Arbeit des Lehrers Klaus Maiwald bis zu neuesten Erkenntnissen des von Jürgen Lingner geleiteten Arbeitskreises "Jüdisches Leben in Stadthagen". Primor zeigte sich beeindruckt von dem Gehörten: "Ich habe das Gefühl, Sie machen diese Aufarbeitung der Vergangenheit für sich und ihr gesellschaftliches Umfeld hier, nicht für die Juden oder für Israel - und das schätzen wir an dieser Art von Erinnerungskultur sehr." Hellmann berichtete, durch die "Menora"-Übergabe sei "als zartesPflänzchen der Kontakt zwischen der Stadt und den Jüdischen Gemeinden in Schaumburg entstanden". Man sei bemüht, das künftig weiter auszubauen. Deren Bereitschaft vorausgesetzt, seien die Jüdischen Gemeinden eingeladen, am Stadthäger Synagogen-Projekt teilzuhaben, sagte der Bürgermeister. Im Hinblick auf die Restaurierung der früheren Synagoge betonten Lingner und Maiwald übereinstimmend, diese dürfe in Zukunft nicht nur eine Gedenkstätte sein, sondern müsse "ein Lernort" werden - und zwar insbesondere mit Blick auf junge Menschen.




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