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NDZ-Interview mit Tobias Regner – „Jetzt tue ich nur das, was mir Spaß macht“

„Es gab nach ,DSDS‘ Phasen, da war ich sehr enttäuscht“

„Nach sechs Monaten war der große Hype vorbei – kaum noch Auftritte – das Medieninteresse war einfach vorbei. Ich war am Anfang immer der Meinung, es geht nur um meinen Gesang, wurde aber schnell eines Besseren belehrt. Bei „DSDS“ wird der komplette Künstler vermarktet, da zählt nicht das musikalische Talent, sondern was du so privat treibst. Die Fans bekommen mehr Bezug zur Person, als zur Musik. Viele Menschen sind von meiner Person begeistert, weniger von meiner Musik – das ist schade.

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Dennoch blickt der 29-Jährige mit einem lachenden und weinenden Auge auf seine „DSDS“-Zeit zurück

Tobias: Die Sendung hat mir zu einer ungemein großen Popularität verholfen, die ich auch heute noch teilweise nutzen kann. Ich bin da einfach reingeschubst worden, irgendwann fehlt dann das Fundament, um weiter so erfolgreich zu bleiben. Natürlich war ich letztendlich enttäuscht, wie sich damals alles entwickelt hat, kann die Macher aber auch verstehen. Das sind Geschäftsleute, die Geld mit dir verdienen wollen. Wenn du dann nichts mehr einbringst, wirst du abgeschossen – das ist eben so.

Seine Debütsingle „I Still Burn“ stieg 2006 in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Platz 1 der Singlecharts ein. In Deutschland war der Titel bereits nach der ersten Woche die meistverkaufte Single seit zwei Jahren. Auch das Album „Straight“ platzierte sich an der Spitze der deutschen Charts – dieser Erfolg brachte dem gebürtigen Teisendorfer zwei Nominierungen für den Echo 2007 in den Kategorien „Bester Künstler national Rock/Pop“ und „Bester Newcomer“ ein. Die Single „Cool Without You“ wurde noch ein Top-50-Erfolg, danach wurde es erst einmal ruhig um den „Superstar“.

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  • Tobias Regner – vom einstigen „Superstar“ zum ernst zunehmenden Musiker. 20 Minuten stand uns „Tobi“ Rede und Antwort.

Tobias: Meine Plattenfirma ließ mir zunächst freie Hand, deutsche Rocksongs zu schreiben und eine Band zusammenzustellen. Im Sommer 2007 wollten wir dann im Rahmen einiger Konzerte testen, ob das neue Material beim Publikum ankommt. Es waren gute Songansätze dabei, alles war aber noch nicht ausgereift. Ich verlor daraufhin meinen Plattenvertrag und habe mich auch von meinem Manager getrennt – das Chaos war erst einmal perfekt, denn ich stand plötzlich allein da.

Nachdem ich das alles publik gemacht hatte, kamen zwar einige Anfragen, die aber auf fertigen Konzepten beruhten. Das wollte ich aber nicht, hätte dann ja wieder nur eine Rolle gespielt.

Die Wende kam mit Tobias Regners neuem Manager, der seine Kontakte spielen ließ und ihn mit dem Produzenten Wolfgang Stach und Songwriter Tobias Röger zusammenbrachte.

Tobias: Ich habe mich immer als Musiker präsentiert, nie durch irgendwelche private Storys – daher kamen Sendungen wie „Dschungelcamp“ oder „Promi Dinner“ nicht in Frage. Ich bin froh, dass ich jetzt dieses Team um mich habe, denn ich habe jetzt wieder Spaß an der Musik gefunden, spiele wieder mit meinem alten Kumpel zusammen und trete ab und an auch mit meinem Bruder auf – er begleitet mich dann auf dem Cajon.

Tobias Regner nennt sich jetzt schlicht und einfach „Regner“, ist bereit, ganz von vorne anzufangen. Seine gradlinigen, erdigen Rocksongs präsentiert er jetzt in deutscher Sprache – 100 Prozent Regner, nach seinen eigenen Aussagen.

Tobias: Ich mag die Stücke alle, sie kommen alle aus meinem Herzen. Zu meinen Lieblingssongs zählt „Ein alternder Clown“ – wahrscheinlich deshalb, weil ich ihn komplett allein geschrieben habe. Endlich bin ich da angekommen, wo ich schon immer hin wollte.

Wer Regner live erlebt hat, nimmt es ihm ab – ohne Wenn und Aber.



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