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Erste Hilfe am Hund: Tierärztin Dr. Marion Robra gibt Tipps

BAD MÜNDER. „Smilla“ hält still, während ihr zum dritten Mal ein Verband am Fuß angelegt wird, und erträgt es geduldig, dass Fremde ihr Bein für die Pulsmessung anheben. Die 4-jährige Hündin kennt das Prozedere bereits – sie begleitet ihre Besitzerin, Tierärztin Dr. Marion Robra, oft zu Erste-Hilfe-Kursen am Hund.

Auch liebe Hunde können schnappen, wenn sie Schmerzen haben – hier hilft eine Maulschlinge. Hündin „Smilla“ von Tierärztin Marion Robra (li.) kennt das Prozedere schon.
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Johanna Lindermann Redakteurin zur Autorenseite

Am Mittwochabend waren die beiden auf Einladung der Rettungshundestaffel Weserbergland in Bad Münder zu Gast.

„Die Kernfrage ist: Kann ich meinen Hund noch selbst versorgen und, wenn nicht, wie schnell muss er zum Tierarzt?“, sagt Robra und ist der Meinung: Am besten nie zu lange warten. Verhält der Hund sich apathisch und frisst nicht mehr, so sei das immer ein Notfall. Aus ihrer persönlichen Erfahrung berichtet sie aber auch von vielen Fällen, in denen die Besitzer erst sehr spät mit kranken Tieren kamen, oder einfach die Symptome nicht erkannt hatten. „Hunde geben meist keine Schmerzenslaute von sich. Sie zeigen auf andere Weise, dass es ihnen nicht gut geht“, sagt Robra. So könnten Veränderungen im Verhalten – wie etwa keine Lust mehr zum Spielen, weniger Ausdauer beim Gassigehen oder eine angespannte Körperhaltung – auf Schmerzen und Krankheiten hindeuten. „Häufig wird das aber als Alterserscheinung oder ‚Macke’ eingestuft und nicht ernstgenommen“, sagt Robra und stellt klar: „Das Wichtigste ist, dass man lernt, den eigenen Hund zu lesen.“

Die Tierärztin erklärt, wie verletzte Tiere behandelt werden. So können auch liebe Hunde, wenn sie verletzt sind und Schmerzen haben, zubeißen. Robra zeigt deshalb, wie eine Maulschlinge angelegt wird.

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Tierärztin Marion Robra (2.v.l.) erklärt, wie ein Verband am Fuß angelegt wird. Foto: jli

Dann dürfen die Mitglieder der Rettungshundestaffel und die Besucher selbst Hand anlegen und ausprobieren, wie ein Hund richtig fixiert wird – auf die Seite legen und an den auf dem Boden liegenden Beinen festhalten – oder wo der Puls gemessen wird, nämlich zum Beispiel an der Innenseite des Oberschenkels. Auch das Anlegen eines Verbandes am Fuß wird geübt – die Teilnehmer lernen, dass es dabei wichtig ist, zwischen den Krallen zu polstern, damit sich der Hund nicht wundscheuert.

Ein klarer Notfall ist auch ein Hitzschlag. „Wichtig ist, dass der Hund nicht schlagartig heruntergekühlt wird, etwa mit einem Eimer kalten Wasser“, sagt Robra. Besser sei ist, den Hund in den Schatten zu legen, ihm Wasser zu geben und nasse Tücher um die Beine zu wickeln – und ihn natürlich in eine Klinik zu bringen.

Für die Mitglieder der Hunderettungsstaffel ist die regelmäßige Übung in Erster Hilfe am Hund Pflicht. „Das gehört zur Ausbildung als Hundeführer für die Rettungshundestaffel“, erklärt der Vorsitzende Rüdiger Lohmann.

Weitere Tipps der Tierärztin:

- Damit es beim Tierarzt oder im Notfall keine Probleme gibt, sollten Besitzer mit ihren Hunden spielerisch Untersuchungsmethoden trainieren, wie etwa das Öffnen des Fangs.

- Körperkerntemperatur und Puls sollten bei einem gesunden Hund gemessen werden, um die normalen Werte zu kennen.

- Änderungen im Verhalten können auf Krankheiten hindeuten und sollten nicht abgetan, sondern untersucht werden.

- Zahnpflege bei Hunden ist wichtig, da Entzündungen an den Zähnen sich auf den ganzen Körper auswirken können. Sinnvoll ist etwa das Zähneputzen mit Hundezahnpasta.

- Hunde kennen ihre Grenzen nicht. Daher sollten Besitzer darauf achten, dass sich der Hund beim Spielen oder Laufen nicht überanstrengt.

- Im Notfall sollten Besitzer vorher beim Tierarzt anrufen, dass sie unterwegs sind. So kann er schon alles für eine Untersuchung oder Operation vorbereiten.



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