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Alte Tradition soll wieder aufleben

Erntefest: Jugend im Dorf will, aber Neitsch mauert

Südhorsten (gus). In Südhorsten ist ein Streit um die Ausrichtung eines Erntefestes entstanden. Jugendliche wollen die eingeschlafene Tradition wieder zum Leben erwecken. Bürgermeister Adolf Neitsch (SPD) bezweifelt, dass die Organisatoren die nötige Kompetenz haben.

Eigentlich sollte das Ansinnen der Dorfjugend ein Grund zur Freude sein: Der möglicherweise etwas neidische Blick auf umliegende Dörfer, die die Erntefest-Tradition erfolgreich gepflegt haben, führte dazu, dass auch die Südhorster auf den fahrenden Erntewagen-Zug aufspringen und nach 20 Jahren Pause ein eigenes Fest auf die Beine stellen wollen. Bei einer Ausschusssitzung in der Gemeinde Helpsen haben Mitglieder der Dorfjugend ein finanzielles Grundgerüst präsentiert. Dieses enthielt zwei Varianten: Ein günstiges Fest mit Musik ausschließlich vom Discjockey und eines mit Live-Band. Das teurere Fest hätte etwa 11 500 Euro gekostet. Beiden Ausgaben-Kalkulationen wurden auch Einnahmen gegenübergestellt. Demnach soll sogar Gewinn gemacht werden. Ein Zuschuss der Gemeinde wäre aber schon nötig. Darum baten die Vertreter der Dorfjugend den Ausschuss. Neitsch interpretierte die Tatsache, dass zwei Rechnungen vorlagen, als Indiz dafür, dass die Jugendlichen nicht wissen, was sie eigentlich wollen. Überhaupt sei er nicht bereit, mit 16- und 17-Jährigen über den Zuschuss zu einem kostspieligen Fest zu verhandeln. Gegenüber dieser Zeitung betonte Neitsch, dass die Jugendlichen nicht geschäftsfähig sind und deshalb keine Verträge unterzeichnen können. Inzwischen ist mit Florian Fietzke ein volljähriges Mitglied der Dorfjugend gefunden worden, dass die Planung leiten soll. Dazu will Neitsch keinen Kommentar abgeben. Bevor es einen Zuschuss der Gemeinde gibt, sollen die Jugendlichen eine neue Kalkulation vorlegen und einen geschäftsfähigen Ansprechpartner nennen. Neitsch zeigt Unverständnis darüber, dass nicht Ratsfrau Martina Lohmann, Beraterin der Dorfjugend, diese Funktion übernimmt. Lohmann will nach eigenen Worten den Jugendlichen die Chance geben, Erfahrung zu sammeln und die Aufgabe damit auch für kommende Jahre in festen Händen wissen. Unschöner Randaspekt war nach Darstellung Lohmanns das Verhalten des Bürgermeisters gegenüber den Jugendlichen während der Ausschusssitzung. Kevin Liebig, der dort das Vorhaben mitpräsentiert hat, ärgert sich besonders über die Äußerung Neitschs, die Dorfjugend bestehe nur aus zwölf Jugendlichen, die sich mal "einen zwitschern wollen." Liebig sagt, dass seines Wissens fast das gesamte Dorf hinter dem geplanten Erntefest steht. Und: "Wir haben 50 Mitglieder."




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