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Heute ist Welttag des Bluthochdruckes

Ernst J. Kirchertz warnt vor dem „stillen Killer“

Bad Münder (st). Den Betroffenen geht es häufig gut, sie plagen keinerlei Beschwerden – gefährlich ist ihr Leiden dennoch, weiß Dr. Ernst Jürgen Kirchertz von der Deister-Süntel-Klinik in Bad Münder. Die Rede ist von Bluthochdruck – Hypertonie in der Fachsprache. Zum heutigen Welttag der Krankheit macht der Mediziner auf Symptome, Auswirkungen und Behandlungsmöglichkeiten aufmerksam.


Rund 17 Prozent der Männer zwischen 35 und 55 Jahren leiden laut Kirchertz unter zu hohem Blutdruck. Zu hoch bedeute einen Wert über 140 zu 90. Frauen seien seltener betroffen (rund zehn Prozent). „Bei über 70-jährigen schätzt man sogar, dass rund 60 Prozent der Männer Hypertonie haben“, so der Arzt.

Trotz aller Aufklärungskampagnen wüssten immer noch etwa 25 Prozent der Betroffenen nicht, dass sie einen Hochdruck haben – weitere 25 Prozent wüssten es, würden aber nicht behandelt. Wiederum 25 Prozent würden behandelt, aber nach den gültigen Kriterien unzureichend. Der Mediziner schätzt, dass höchstens 25 Prozent eine angemessene Behandlung erhalten.

Warum Hochdruck – auch ohne Beschwerden – so gefährlich ist, erklärt Kirchertz: „Er ist eine Hauptursache für Herz-Kreislauf-Krankheiten wie Herzinfarkt, Herzleistungsschwäche, Schlaganfall, Nierenschäden, Augenschäden und allgemeine Gefäßschäden.“ Hochdruckpatienten hätten meist keinen Leidensdruck und müssten deshalb motiviert und gut geführt werden. „Ist die Diagnose gesichert, müssen in der Regel lebenslang Medikamente eingenommen werden“, so der Fachmann.

Die Ursachen des Hochdrucks seien zu 95 Prozent nicht bekannt – häufig erblich, nicht heilbar, aber erfolgreich behandelbar, sagt Kirchertz. „In fünf Prozent der Fälle liegt ein primärer Hochdruck vor, der geheilt werden kann. Er wird verursacht durch Tumoren der Nebennieren oder Verengung von Nierengefäßen.“

Um den Hochdruck erfolgreich zu behandeln, müssten die Betroffenen meist ihren Lebensstils ändern, Gewicht abnehmen, sich mehr bewegen, gesunder ernähren, das Rauchen einstellen, den Alkoholkonsum reduzieren und Stress abbauen. Natürlich gibt es auch Medikamente.

Einen optimaler Wert wäre 120 zu 80, 129 zu 84 gilt noch als völlig normal. Diabetiker sollten besonders vorsichtig sein, rät der Arzt.



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