weather-image

Ermittler gehen von Raubmord aus

Bad Münder. Sieben Wochen nach dem brutalen Tod von Uwe H. geht die Polizei davon aus, dass der 54-Jährige Opfer eines Raubmordes geworden ist. Dem Täter sei es wohl um eine größere Summe Bargeld gegangen – H. hatte sein Haus in Bakede verkauft und wurde häufiger mit hohen Bargeldbeträgen gesehen.

270_008_6640582_wb102_0210.jpg

Die Leiche des Münderaners war am Abend des 13. August an einem Fußweg zwischen Langer Straße und Friedrich-Ebert-Allee gefunden worden. Einen Raubmord hatte die Mordkommission „Gasse“ von Anfang an nicht ausgeschlossen, obwohl bei dem Toten auch eine Geldbörse gefunden wurde. Dass das Motiv für die Tötung Habgier gewesen sein dürfte, erklärte der Leiter der Mordkommission Axel Brünger gestern auf Anfrage dieser Zeitung.

Den Ermittlungen zufolge hatte H. mit einem Teil des Geldes, das er mit dem Verkauf des Hauses erlöst hatte, Schulden bezahlt. Ein vier- bis fünfstelliger Betrag soll ihm geblieben sein. Dieses Geld habe man bislang nicht finden können, berichtet der Erste Kriminalhauptkommissar. Die Polizei stellte lediglich einen 500-Euro-Schein sicher.

Zwei Männer waren zwischenzeitlich vorläufig festgenommen worden – gegen sie besteht nach wie vor einfacher Tatverdacht. 24 Stunden nach dem Leichenfund war zunächst ein 45 Jahre alter Bekannter des Getöteten von der Mordkommission vernommen worden. Der Mann soll sich verdächtig gemacht haben. Am 3. September nahmen Ermittler einen weiteren Mann aus Bad Münder vorläufig fest. Der 39-Jährige hatte zuvor zwei Gästen in einer Kneipe unter Tränen gebeichtet: „Ich war das mit dem Uwe.“ Zu diesem Zeitpunkt war er allerdings stark alkoholisiert. Nach seiner Ausnüchterung bestritt er, etwas mit dem Tod von Uwe H. zu tun zu haben.

Bei der Suche nach Beweismitteln durchsuchten Ermittler in den vergangenen Wochen zahlreiche Altkleider-, Glas- und Abfallcontainer; Bereitschaftspolizisten wühlten im Hausmüll einer ganzen Stadt. Kleidungsstücke und Schuhe wurden für spätere Untersuchungen in Tüten verpackt. An einer Hose haben Kriminaltechniker Anhaftungen von Blut entdeckt. Seit Wochen sind Wissenschaftler des Landeskriminalamtes damit beschäftigt, die sichergestellten Proben molekularbiologisch zu untersuchen. Die Auswertung der Spuren dauert immer noch an. Ein Ergebnis aus dem DNA-Labor liegt allerdings bereits vor: An der Leiche und an der Bekleidung des Opfers konnten keine Spuren gesichert werden, „die den Verdacht gegen die beiden Tatverdächtigen erhärten oder gegen weitere Personen begründen“, sagte Hauptkommissar Jörn Schedlitzki. Man müsse jetzt die weiteren Ergebnisse der Analysen abwarten, hieß es.ube/jhr



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt