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Erleichterung nach Tennet-Rüffel

Bad Münder. Erleichterung herrscht in Bad Münder angesichts der Entscheidung der Bundesnetzagentur, den Antrag des Netzbetreibers Tennet zum Bau der Hochspannungstrasse Suedlink zurückzuweisen. Doch dürfe man jetzt nicht den Fehler machen, das Thema für abgeschlossen zu halten, warnt SPD-Fraktionsvorsitzender Rolf Wittich. Vielmehr seien die Verantwortlichen jetzt in der Pflicht, über die Erdverkabelung zu sprechen. Damit läuft Wittich offene Türen ein.

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Landrat Tjark Bartels, der als Sprecher eines Drei-Länder-Aktionsbündnisses fungiert, fordert: „Wir brauchen die Energiewende, aber diese muss so gering wie möglich belastend für Mensch und Umwelt sein. Neben einer vernünftigen neuen Planung wird dafür ein Paradigmenwechsel unumgänglich sein, der die Erdverkabelung zur Regel und die Freileitung zur Ausnahme macht.“ Denn nur so seien die anspruchsvollen Ziele der Energiewende zu erreichen.

Wittich hatte sich in seiner Funktion als Ortsbürgermeister von Bakede frühzeitig der Bürgerinitiative „Contra Suedlink“ angeschlossen. Gemeinsam mit dem Ortsrat Beber-Rohrsen wurden in den Dörfern Unterschriften gesammelt. Rund 1000 sind zusammengekommen. „Und wir lassen nicht locker“, verspricht Wittich, um nicht Gefahr zu laufen, zur „Müllhalde der Nation“ zu werden.

Auch Bürgermeister Hartmut Büttner geht davon aus, dass Tennet den Forderungen der Bundesnetzagentur folgen und nachbessern wird. Damit sei Suedlink für Bad Münder noch nicht vom Tisch: „Wir werden das natürlich weiter verfolgen und uns auch weiterhin einbringen.“

Beber-Rohrsens Ortsbürgermeisterin Elke Osterkamp ist froh, „dass das nicht einfach so abgewickelt wurde, wie Tennet sich das offenbar vorgestellt hat.“ Die Bundesnetzagentur war der Kritik der Landkreise gefolgt, nach der nicht erkennbar sei, aufgrund welcher Kriterien Tennet Korridore für die Trassenführung vorgeschlagen oder verworfen hat.

Am 24. Februar beraten die Landkreise in einer Konferenz in Kassel über die technische Realisierbarkeit der Erdverkabelung. Schließlich werde jedes Leitungsausbauvorhaben landschaftliche Ressourcen verbrauchen und möglicherweise auch Lebensqualität einschränken. Wo immer möglich, müsse diese Belastungen durch eine weitgehende Erdverkabelung reduziert werden. Im aktuellen Netzausbauprojekt Suedlink erfolgte bislang eine wenig differenzierte und intransparente Diskussion über diese Möglichkeiten, kritisiert Bartels. In dieser Fachkonferenz soll deshalb der aktuelle rechtliche und gesetzliche Rahmen für den Einsatz von Erdkabeln beleuchtet werden. Darüber hinaus werden Fragen nach Kosten und Wirtschaftlichkeit beantwortet. Landrat Bartels wird über die Anforderungen an Infrastrukturvorhaben für Höchstspannungsübertragungsnetze aus kommunaler Sicht sprechen.col



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