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CIMA-Einzelhandelskonzept sieht Angebotslücken in Rinteln - und räumt Kloster-Karree Priorität ein

"Erhebliches Potenzial für Neuansiedlungen"

Rinteln (crs). Druckfrisch liegt es auf dem Tisch - und fordert die Stadt zum Handeln auf: Das von der Stadtmarketing-Gesellschaft CIMA ausgearbeitete Einzelhandelskonzept für Rinteln sieht erheblichen Nachholbedarf für die Geschäftswelt der Weserstadt. Denn trotz eines insgesamt "attraktiven und gesunden Einzelhandelsangebots" steht Rinteln laut CIMA im Vergleich zu benachbarten Mittelzentren wie Bückeburg, Stadthagen oder Hameln zurzeit deutlich schlechter dar. Entsprechend stellt die Untersuchung "erhebliches Potenzial für Neuansiedlungen" fest - und begrüßt in diesem Zusammenhang ausdrücklich die beiden Großprojekte Kloster-Karree und Einkaufszentrum Nord.

Die Grafik zeigt die so genannte "Einzelhandelszentralität", die

"Die Stadt Rinteln besitzt zurzeit ein attraktives Einzelhandelsangebot, das für ein Mittelzentrum jedoch einige Angebotslücken aufweist." Diese zentrale Aussage treffen die Stadtmarketing-Experten Martin Kremming und Sascha Anders von der CIMA in ihrer 100-Seiten-Analyse, die gestern den Rintelner Ratsmitgliedern zugegangen ist. Die Untersuchung sieht deutliches Verbesserungspotenzial für die Stadt: "Ein Mittelzentrum kann in vergleichbaren Lagen wesentlich mehr Kaufkraft binden, als das in Rinteln der Fall ist." Der Studie zufolge verfügt Rinteln über eine deutlich unterdurchschnittliche "Einzelhandelszentralität" - mit diesem Begriff bezeichnen die Experten die Sogwirkung auf die Kaufkraft im Umland. Der Durchschnittswert für vergleichbare Mittelzentren liegt bei 129,9 Prozent, Rinteln erreicht lediglich 108,9 Prozent. Das bedeutet: Es fließt zwar im Saldo mehr Kaufkraft nach Rinteln hinein als aus der Stadt heraus, als "abgesicherte" Zentralität bewerten die Experten dennoch erst einen Wert ab 120 Prozent. Die Grundversorgung in Rinteln bezeichnet die CIMA als "zufrieden stellend", die Einzelhandelsstruktur trotz Lücken insgesamt als "gesund". Potenzial bestehe in Rinteln vor allem im so genannten "aperiodischen Bedarfsbereich" - also bei Waren, die nicht zum täglichen Bedarf gehören. Besonders groß sind die Kaufkraftabflüsse in den Branchen Unterhaltungselektronik, Sportartikel, Bücher und Heimtextilien: Die CIMA spricht von "Hinweisen auf mögliche Lücken im Einzelhandelsangebot". Trotz aller Handlungsappelle für die Zukunft fällt das CIMA-Urteil über Rinteln hoffnungsfroh aus: Das vorhandene Einzelhandelsangebot in der Innenstadt stelle eine gute Basis für eine "zukunftsorientierte, innenstadtfokussierte Einzelhandelsentwicklung" dar. Ungeteilt grünes Licht gibt die Analyse fürs Kloster-Karree, das beinahe 8000 Quadratmeter umfassende Einkaufszentrum, das Planer Werner Muntau am Südeingang zur Fußgängerzone umsetzen will. Dieses Projekt mit seiner "überregionalen Bedeutung" erfüllt aus Sicht der CIMA "alle Voraussetzungen, um nachhaltig vermehrt Kaufkraft an die Stadt zu binden und Kaufkraftabflüsse zu minimieren". Besonders positiv wird dabei die Etablierung eines attraktiven Lebensmittelmarktes in der Innenstadt bewertet - die CIMA spricht von einem "Frequenzbringer", nennt das Gesamtprojekt "Magnetbetrieb". Einen entsprechend klaren Auftrag erteilen die Stadtmarketing-Experten der Politik: "Aufgrund der zu erwartenden positiven Effekte für die gesamte Innenstadt sollte dieser Standort mit Priorität entwickelt werden." Wegen der Größe des Vorhabens empfiehlt die CIMA allerdings eine Verträglichkeitsuntersuchung, die sich detailliert mit Umsatzverteilungen innerhalb der Innenstadt auseinander setzen soll. Neben dem Kloster-Karree hält die CIMA auch das für die Nordstadt geplante Einkaufszentrum um die Volksbank an der Bahnhofstraße für einen "wesentlichen Entwicklungsschwerpunkt". Hierzu ist ein separates Gutachten in Arbeit, das bis Mitte Januar vorliegen soll. Anders als das Kloster-Karree sei dieser Standort in Bezug auf den so genannten "zentrenrelevanten" Einzelhandel jedoch nur eingeschränkt geeignet. Hier stützt das Gutachten die bisherige Linie der Ratspolitik mit der so genannten "Rintelner Liste" - Sortimente, die in direkter Konkurrenz zum Innenstadt-Angebot stehen, sollen nur für Verkaufsflächen vonmaximal 400 Quadratmetern zugelassen werden. Strenger noch ist das Konzept für das Industriegebiet Süd, die Konrad-Adenauer-Straße und den Bereich Stoevesandtstraße/Breite Straße: Hier sollen künftig ausschließlich nicht-zentrenrelevante Sortimente zulässig sein.



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