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Mechthild Redeker von Meding betreut seit zehn Jahren den Erziehungsgesprächskreis der Diakonie

Erfahrung und Wissen an Mütter weitergeben

Bad Münder (lil). „Ist es normal, dass mein Kind sich so verhält?“ Diese Frage beschäftigt viele Mütter – guter Rat ist meist teuer. „Aber nicht bei mir“, sagt Mechthild Redeker von Meding. Sie bietet ehrenamtlich seit zehn Jahren den Erziehungsgesprächskreis im Diakoniezentrum Bad Münder an. Alle zwei Wochen kommen acht bis zehn Frauen – ihre Kinder sind neun Monate bis zwölf Jahre alt – zusammen, um sich auszutauschen und von Redeker Rat zu holen. Die Teilnahme ist kostenslos.

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Nach fast 30-jähriger Tätigkeit im Kindergarten Flegessen war Redeker im Sommer 2001 in Rente gegangen. „Da ich mein lange angesammeltes Wissen über Pädagogik und Entwicklungspsychologie noch gerne weitergeben wollte, habe ich mich ans Diakoniezentrum gewandt“, erinnert sich Redeker, die als Leiterin, Gruppenleiterin und Heilpädagogin in der Integrationsgruppe arbeitete. „Ich fragte an, ob Interesse an einem kostenlosen Erziehungsberatungskreis bestünde.“ Das Interesse war da – und ist es heute noch.

Fast von Anfang an dabei ist Ina S. (43) – aufgrund einer „besonderen Begebenheit“, wie sie selbst sagt. „Ich war damals mit meiner zweijährigen Tochter in einer Drogerie einkaufen“, erzählt sie. „Meine Tochter brüllte und wollte auf den Arm. Ich habe sie schreien lassen und unter Aufsicht im Laden rumlaufen lassen.“ Redeker weiß noch: „Ich war zu der Zeit auch in dem Geschäft. Ein älterer Herr hat sich tierisch aufgeregt – das Kind bräuchte mal einen Hintern voll.“ Redeker habe S. angesprochen und sie für ihr Verhalten gelobt. „Sie machen das ganz richtig, man darf nicht immer nachgeben“, so Redeker, die drei Kinder und fünf Enkelkinder hat. Wichtig sei jedoch, sich dem Kinder wieder anzunähern, wenn es sich beruhigt hat. „Wenn Sie mehr wissen wollen, kommen Sie Donnerstag in den Erziehungsgesprächskreis. Wir behandeln gerade die Trotzphase“, lud die erfahrene Pädagogin die junge Mutter ein. „Man weiß nicht immer, was richtig ist, und ob man sich richtig verhält“, so S.

Da ist sich auch Brunhilde V. nicht immer so sicher. Sie hat ihr Enkelkind regelmäßig bei sich und möchte sich Tipps holen. „So intuitiv will ich nicht alles lösen“, sagt die Großmutter.

Der Schwerpunkt des Gesprächskreises liegt auf der geistig-seelischen Entwicklung von Kindern jedes Alters. „Mehr als 50 Themenbereiche haben wir bis heute gründlich bearbeitet“, sagt Redeker. Aktuell geht es um „Den Förderwahn in manchen Familien und Kindergärten“. Die Frauen nehmen sich für ein Thema so viel Zeit, wie sie brauchen. „Besteht akuter Gesprächsbedarf über andere Dinge, schmeißen wir das Konzept auch mal um“, sagt Redeker.

„Ich habe schon ein paar Mal verzweifelt bei Frau Redeker angerufen“, sagt Andresa R., Mutter von zwei Kindern im Alter von neun Monaten und sechs Jahren. Sie nimmt seit vier Jahren regelmäßig an den Treffen teil. „Ich habe bei meinem zweiten Kind manches anders gemacht als beim ersten“, sagt die 35-Jährige.

„Wenn das Problem zu persönlich ist, biete ich auch Einzelgespräche an“, sagt Redeker. Was dabei sowie in der Gruppe gilt: Schweigepflicht.

Der Erziehungsgesprächskreis kommt zweimal im Monat donnerstags von 9.30 bis 11.30 Uhr im Diakonischen Zentrum, Angerstraße 2, zusammen. Weitere Auskunft gibt es im Diakonischen Zentrum unter 05042/5084922 oder 05042/5084911.



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