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Nachgefragt: Was sich heimische Wirtschaftsvertreter vom neuen Bürgermeister wünschen

„Er sollte wissen, wie ein Unternehmer tickt“

Bad Münder (mf/lil). In einem Monat entscheidet sich, wer Bürgermeister wird. Welche Wünsche und Erwartungen haben die Münderaner an den künftigen Verwaltungschef? Die Neue Deister-Zeitung hat heimische Wirtschaftsvertreter gefragt.

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„Ich wünsche mir jemanden, der weiß, wie ein Unternehmer tickt. Einen, der einen noch intensiveren Kontakt zur Wirtschaft pflegt, der uns versteht und sich für unsere Belange einsetzt“, sagt Volksbank-Vorstandssprecher Stefan Markwirth. Aus Gesprächen mit Kunden wisse er auch, dass diese ähnlich denken. Dringenden Handlungsbedarf sieht Markwirth auch mit Blick auf die schleppende Vermarktung des Gewerbegebietes Rahlmühle. Vom neuen Bürgermeister erhoffe er sich einen „anderen Umgang“ mit diesem Dauerbrenner.

Die Ansiedlung neuer Betriebe liegt auch Sparkassen-Chef Jens Hahne am Herzen. „Ich hoffe, dass der neue Bürgermeister es schafft, aus dieser Stadt mit ihrer reizvollen Lage mehr zu machen.“ Außerdem müsse der erste Mann im Rathaus offen sein „für gute Ideen, die gemeinsam im Verborgenen erarbeitet und nicht gleich zerredet werden“.

„Eine Infrastruktur, die der Rede wert ist“, wünscht sich Dr. Jochen Hahne, geschäftsführender Gesellschafter des Büromöbelhersteller Wilkhahn. Die sogenannten weichen Standortfaktoren seien für ein großes Unternehmen wichtig, um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und langfristig an den Standort binden zu können. „Eine schöne Innenstadt mit attraktiven Läden ist da im Zweifel wichtiger als eine Konzertmuschel“, meint Hahne. Mit relativ preiswerten Baugrundstücken und einem grünen Umland bringe Bad Münder aber gute Grundvoraussetzungen vor allem für Familien mit. Dass sich manche Wünsche finanziell nur schwer realisieren lassen und auch die demografische Entwicklung Probleme bereitet, weiß auch der Wilkhahn-Chef. „Der künftige Bürgermeister sollte deshalb gute Nerven haben und schauen, was geht.“

Kai Wehrhahn von der gleichnamigen Tischlerei wünscht sich vor allem, dass der neue Bürgermeister hält, was er verspricht. „Es muss sich für Gewerbetreibende lohnen, sich hier anzusiedeln.“ Wenn ein Unternehmen Interesse signalisiere, dürfe nicht „schon auf dem Papier alles kaputt geredet werden“. Der Bürgermeister sollte sich die Wünsche der Unternehmer anhören und sein Möglichstes versuchen, um diese zu erfüllen. Wehrhahn: „Die Stadt muss interessanter werden, damit sich junge Familien bei uns niederlassen.“

Eine Belebung der Innenstadt erhofft sich Michael Engel, Geschäftsführer im Kaufhaus Döring. Ein Dorn im Auge ist ihm der „Poller“ an der Marktstraße, der ab 10 Uhr die Durchfahrt verhindert. „Ich bin für eine Aufhebung der Fußgängerzone an dieser Stelle“, so Engel. Kunden, die nicht mehr gut zu Fuß sind, würden gerne direkt vor den Läden parken, um ihre Besorgungen zu machen, weiß Engel, der zudem eine Verbesserung der Schulsituation anmahnt: „Es gibt zu viel Unterrichtsausfälle.“

Gärtnermeister Klaus Roske hält es für wichtig, ortsansässige Kaufleute und Handwerker frühzeitig in städtische Gestaltungsprozesse einzubeziehen, sodass Aufträge an mündersche Betriebe vergeben werden. „Ich wünsche mir eine engere Zusammenarbeit und eine intensive Kommunikation mit der Stadt.“ Ähnlich sieht es Autohändler Henrik-Christoph Piepho. „Wir Mittelständler zahlen viel Gewerbesteuer. Die Stadt müsste deshalb dafür sorgen, dass das Geld im Ort bleibt. Es werden zu viele Aufträge nach außerhalb vergeben“, so seine Kritik. Ansonsten sei der Kontakt zur Verwaltung aber sehr gut. „Wir werden hervorragend begleitet“, lobt er.

„Wirtschaftsförderung – das ist mein größter Wunsch“, sagt Henning Schnelle, der mit seinem Vater Fritz die alteingesessene Familienspedition leitet. „Der neue Bürgermeister sollte bestehende Betriebe erhalten und unterstützen und neue nach Bad Münder holen.“

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