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Polizeipräsident Hans Wargel zeichnet Bückeburger Beamten aus / Mann unter Lebensgefahr aus brennendem Wohnhaus geborgen

Er rettete ein Leben: Belobigung für Ronny Fischer

Bückeburg (tw). Er kommt extra aus Göttingen - aber der Anlass ist es wert: Für sein "couragiertes und selbstloses Verhalten" beim Wohnhausbrand an der Georgstraße (30. November 2007, wir berichteten) hat Polizeipräsident Hans Wargel den Bückeburger Polizeikommissar Ronny Fischer (42) gestern eine Belobigung erteilt. Fischer, der inzwischen auf 25 Dienstjahre zurück blickt, rettete damals ein Menschenleben - unter Einsatz seines eigenen.

"Sie haben großen Mut bewiesen": Ronny Fischer (M.) nimmt von Ha

Was den Stellenwert der Auszeichnung deutlich macht: Es ist - erst - die dritte Belobigung, die Wargel seit seinem Amtsantritt bei der Polizeidirektion (PD) Göttingen im November 2004 ausgesprochen hat; im Polizeikommissariat Bückeburg ist es laut Kurt Wehmeier, Vizeleiter des Kommissariats, die erste. Gegen 17.20 Uhr war damals in dem Wohn- und Geschäftshaus ein Feuer ausgebrochen , das schnell um sich griff. Die Feuerwehr war wegen eines anderen Brandeinsatzes noch nicht vor Ort. Als die Polizei eintraf, teilte eine Bewohnerin den Beamten mit, dass sich wahrscheinlich noch ein älterer Herr im Obergeschoss des brennenden Gebäudes befinde. Wargel an Fischer gewandt: "Unter Einsatz Ihres Lebens begaben Sie sich zur Rettung der Person sofort in das Obergeschoss. Im Treppenhaus waberten dicker Qualm sowie lebensgefährliche Rauchgase. Im Obergeschoss loderten die Flammen lichterloh, als Sie eine regungslos auf dem Boden liegende und ohnmächtig gewordene Person fanden." Fischer trug den Ohnmächtigen, bei dem es sich - wie sich später herausstellte - um den mutmaßlichen Brandstifter, einen 26-jährigen Obdachlosen, handelte, sofort durchs Treppenhaus ins Freie, wo er ihn dem Rettungsdienst übergab. Wargel: "Durch Ihr couragiertes Verhalten retteten Sie dieser Person das Leben." Fischers Verhalten habe lobende Beachtung gefunden - und zur positiven Darstellung der Polizei in der Öffentlichkeit beigetragen. Fischer, in Rehren geboren, aber in Bückeburg aufgewachsen, quittiert das Lob für seinen Rettungseinsatz mit einem dankbaren Lächeln, gefolgt von dem Satz: "Gerne wieder." Der Polizeikommissar auf die Frage der Presse, wie er selbst den Einsatz im Treppenhaus des brennenden Gebäudes damals erlebt habe: "Ich drückte mir eine Jackevor das Gesicht, hatte so eine kleine Luftreserve." Der Mann, den er im Obergeschoss fand, habe mit dem Bauch auf einem Feuerlöscher gelegen. Er habe durch die Rauchentwicklung offenbar keine Luft mehr bekommen und bereits blutunterlaufene Augen gehabt. "Ich habe Glück gehabt", sagt Fischer rückblickend, "dass sich der Körper des Mannes bei der Bergung nicht verhedderte." Sonst hätte die Sache auch anders ausgehen können ... Besonders schön: Die Belobigung durch den Präsidenten der PD Göttingen fließt in die Beurteilung Fischers mit ein, die nächste Beurteilungsrunde steht noch dieses Jahr an. Übrigens: Gegen den mutmaßlichen Brandstifter läuft ein Verfahren. Er sitzt derzeit noch immer in Untersuchungshaft.



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