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„Er muss ein Vorbild sein“

Bad Münder. Nach 30 Stunden, einem Erste-Hilfe-Kurs und einer Abschlussprüfung können die acht Kursteilnehmer auf ihre Jugendleiter-Card (Juleica) hoffen. Aber noch ist es nicht so weit – sie haben jetzt erst ihr fünftes Treffen im großen Saal des Points gehabt. Mit viel Spaß gehen die Jugendlichen an die Ausbildung, sind jedoch auch mit dem nötigen Ernst dabei, geht es doch darum, Verantwortung für Kinder zu übernehmen.

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Jugendpfleger Frank Henning bietet diesen Lehrgang seit mehr als 12 Jahren an. Zuerst in Zusammenarbeit mit der Jugendpflege Hameln-Pyrmont innerhalb einer zweitägigen Veranstaltung, seit 2009 im Point im Rahmen eines 20-wöchigen Kurses – jeweils einmal vor und einmal nach den Sommerferien. „Ich nehme maximal 10 Teilnehmer auf, damit ich mich wirklich jedem Einzelnen intensiv widmen kann“, erklärt Henning. Schließlich trügen die Jugendlichen nach der Ausbildung eine erhebliche Verantwortung „und ich muss dafür gradestehen, dass sie das können“.

Während des Kurses werden die Aufgaben der Betreuer besprochen – einer der wichtigsten Unterrichtsblöcke. Henning fragt die acht Teilnehmer im Alter zwischen 15 und 17 Jahren ab: „An was erinnert ihr euch noch?“ Ann-Katrin antwortet wie aus der Pistole geschossen: „Er muss ein Vorbild sein“. Die 15-Jährige hat selbst viele Jahre beim Ferienprogramm der Stadt mitgemacht und möchte das auch weiterhin tun – aber eben diesmal auf der anderen Seite.

Und ein guter Betreuer, weiß Henning, muss alle Kinder gleich behandeln. Aber auch die Leiter untereinander müssen sich aufeinander verlassen können. Aus diesem Grund gehören zu der Ausbildung auch Spiele, die das Vertrauen fördern und den Teamgeist stärken sollen. Beim Kistenspiel müssen die Acht ohne den Boden zu berühren eine Strecke von sieben Metern zurücklegen – auf Getränkekästen balancierend. „Körperkontakt zuzulassen ist wichtig, weil Kinder diese Grenze, wie weit man jemandem kommen darf, häufig unbewusst überschreiten“, erklärt Henning. Außerdem zeige es ihnen, dass sie nur als Gruppe ihr Ziel erreichen können, oder eben als Gruppe verlieren. Was hier spielerisch anfängt, soll bei einer späteren Aktion im Seilgarten verstärkt werden.

Auch Paragrafen büffeln gehört zu den Aufgaben. „Die Gruppenleiter müssen schließlich wissen, was sie ab welchem Alter tun dürfen“, so der Jugendpfleger. Zu der Ausbildung gehören auch psychologische und pädagogische Grundlagen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Daved und Tobias sind beide Mitglieder in der Jugendfeuerwehr und können nach ihrem Wechsel in die aktive Wehr mit der Ausbildung bei den Jüngeren als Gruppenleiter fungieren. Die 17-jährige Winnie hat noch einen anderen Grund, warum sie die Juleica haben möchte: „Ich mache im nächsten Jahr mein Abitur und auf den Bewerbungen macht sich solch ein Engagement immer sehr gut.“

Für Henning ist es wichtig, nicht nur Ausbildung nach Plan zu machen, sondern auch aktuelle Themen mit einfließen zu lassen. „ Aspekte wie Mobbing, oder wenn sie etwas auf dem Herzen haben, bespreche ich das natürlich auch mit ihnen.“

Im Test am Ende der 20 Wochen werden Fragen nach Aufsichtspflicht oder Gefahrensituationen gestellt. Außerdem gehört eine Gruppenarbeit dazu. „Zum Beispiel plant eine Schnitzeljagd mit 30 Kindern“, so Henning. Auf zehn Seiten müssen die Jugendlichen dann das gesamte Projekt darstellen. „Dort will ich dann bestimmte Schlagwörter wiederfinden und natürlich befrage ich auch jeden einzeln, sodass ich sicher sein kann, dass alle mitgearbeitet haben.“ Über die Internetseite www.juleica.de können sie dann ihre Karte beantragen.col



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