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Er hilft beim Kampf ums Überleben

Bad Münder. Wieder sind es die Bilder von verzweifelten Menschen, die durch die Trümmer komplett zerstörter Orte irren, auf der Suche nach etwas zu essen, nach Angehörigen oder einem Dach über dem Kopf. Und wieder ist es ein Münderaner, der sich auf den Weg zu ihnen macht, um einen Hilfseinsatz zu koordinieren: Lutz Fricke wird heute um 12 Uhr in Frankfurt in ein Flugzeug steigen, das ihn und weitere Helfer der Johanniter auf die Philippinen bringen wird. Ihr Ziel: Die von dem Taifun „Haiyan“ am stärksten betroffenen Inseln Leyte und Panay. Genaue Zahlen über die Opfer dort gibt es noch nicht, doch die Helfer gehen inzwischen von mindestens 10 000 Toten und 400 000 Menschen aus, die dringend Hilfe benötigen.

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Fricke ist Mitglied eines zwölfköpfigen medizinischen Einsatzteams der Johanniter, er soll als Teamleiter vor Ort die Hilfe koordinieren. Die Aufgabe der Helfer ist es, die philippinischen Partner bei der medizinischen Versorgung vor Ort zu unterstützen.

Dass Fricke der richtige Mann für diese Aufgabe ist, hat er bereits mehrfach bewiesen: Im Januar 2010 organisierte er nach dem schweren Erdbeben auf Haiti den Katastrophen-Einsatz am Flughafen der Hauptstadt Port-au-Prince, 2008 suchte er gemeinsam mit seiner Frau Anja Rocksin – er als Leiter der Rettungshundestaffel Hannover, sie als Tierärztin – im Kongo nach einer vermissten deutschen Forscherin. Für die UN war Fricke in Bosnien.

Die Nachricht, dass Frickes Organisationstalent und sein Wissen um Hilfseinsätze auch auf den Philippinen benötigt werden, erreichte den 49-Jährigen, der als Leiter des Einsatz-und Streifendienstes der Polizei in Springe arbeitet, am Montag. Gestern um 15 Uhr machte er sich in Bad Münder auf den Weg, meldete sich zum Hilfseinsatz in der Geschäftsstelle des Landesverbandes der Johanniter in Hannover. Zum niedersächsischen Team gehören außerdem Anette Eickert (50), Notärztin aus Holzminden, und Wolfgang Mülbrot (67) aus Bad Nenndorf – beide wie Fricke bereis mehrfach für die Johanniter im Ausland im Einsatz.

„Wenn Menschen irgendwo auf dieser Welt in Not geraten, dann helfen wir als Johanniter gerne. Ganz so, wie es in unserer Hilfsorganisation heißt: Aus Liebe zum Leben“, begründet Fricke seine Bereitschaft zum Einsatz. Wie lange der dauern wird, kann er noch nicht sagen. „Mein Arbeitgeber hat mich für diese Zeit erst einmal frei gestellt. Besonders gefreut habe ich mich über die guten Wünsche des Polizei-Vizepräsidenten. Er hat mir persönlich nette Worte mit auf den Weg gegeben“, erklärt der Hauptkommissar.

Auf den Philippinen wird der Münderaner auf Teams der lokalen Hilfsorganisation „Balay Mindanaw Foundation“, mit denen die Johanniter vor Ort zusammenarbeiten, treffen. Sie sind seit mehreren Tagen im Katastrophengebiet unterwegs, um sich ein Bild von der Lage zu machen und medizinische Hilfe zu leisten. „Unsere Partner haben uns von entsetzlichen Verwüstungen auf Leyte und Panay berichtet. Die Stadt Tacloban ist in weiten Teilen zerstört“, beschreibt Jutta Meissner, Fachbereichsleiterin für Südostasien bei der Johanniter-Auslandshilfe, die Lage. „Insbesondere bei der medizinischen Versorgung der Überlebenden fehlt es am Nötigsten. Die Verwundeten können nur ungenügend versorgt werden, weil die meisten Krankenhäuser und Gesundheitsstationen ebenfalls zerstört sind“, so Meissner weiter. Am dringendsten werden laut ihr im Moment Nahrungsmittel, Wasser, Kleidung, Medizin, medizinisches Verbrauchsmaterial sowie Zeltplanen benötigt.jhr

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