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Pianist Andreas Henkel eröffnet souverän die neue Konzertsaison

Er gibt dem Flügel, was des Flügels ist

Obernkirchen. Mit Ludwig van Beethoven und Franz Liszt hatte Pianist Andreas Henkel für das erste der von Niko Benadie geleiteten "Internationalen Konzerte im Stift" in dieser Saison Komponisten ausgewählt, die auf die eine oer andere Weise in Beziehung zu Johann Sebastian Bach standen.

So kann es weitergehen: Der Dresdener Pianist Andreas Henkel erö

Autor:

Dietlind Beinßen

Natürlich fe hlte auch dieser Meister selber nicht. Beim Spiel des viel gefragten Dresdener Künstlers setzten nicht nur die hohen technischen Fähigkeiten in Erstaunen, denn seine genial entwickelten gestalterischen Möglichkeiten riefen ebenfalls Zustimmung hervor. Zunächst arbeitete sich der Experte aus Dresden stilbewusst durch das kontrapunktische Geflecht von Bachs "Chromatischen Fantasie und Fuge" in d-Moll, BWV 903, und bestach die zahlreich gekommenen Zuhörer mit Tonvielfalt. Der Gast gab dabei dem Flügel, was des Flügels ist. Besser gesagt, er versuchte keine cembaleske Rekonstruktion barocker Musik auf dem Hammerklavier, sondern nutzte die pedalisierten Möglichkeiten zum Nachzeichnen einer persönlichen Klangrede, die ihm sehr gut gelang. Anschließend führte Andreas Henke mit der "Sonate in f-Moll", der sogenannten "Appassionata", ein zentrales Werk des Beethovenschen Schaffens vor. Selbst wenn diese Auswahl darauf hindeuten mag, trat der Solist nicht in der Manier eines "Tastenlöwen" auf, vielmehr zeichnete sich seine Darbietung durch Eleganz und konzentrierte Beherrschtheit aus, zumal die Tempi nie in Extrembereiche tendierten. Nicht einmal in solchen Sätzen, die leicht dazu verleiten mögen, wie das "Allegro Ma-non-troppo-Presto zum Finale etwa, das mit seiner vorpreschenden Stretta häufig zum Schaustück pianistischer Brillanz degradiert wird. Henke hingegen verlieh dem Opus Spannung durch seine rhythmisch prägnante und doch lebendige Artikulation, was den Vortrag besonders hörens- und schätzenswert machte. Dass der Interpret keine technischen Hürden scheut, demonstrierte er zuletzt noch einmal bei Franz Liszts "Etüde Nr. 3 in gis-Moll" ("La campanella") sowie der "6. Ungarische Rhapsodie in Des-Dur", die er gekonnt und gleichwohl mit viel Frische und rhythmischem Feuer in den Raum stellte. Vorher von Henkel erläuterte Variationen über ein Motiv von Bach, (Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen), legte er einnehmend in übergeordnetem musikalisch-kompositorischen Sinn an. Wer nicht bereits als Henkel-Fan gekommen war, ging als solcher.



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