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Stromkonzern will Standort vorzeitig aufgeben / Landrat: Maximum ausgehandelt

e.on macht Hameln Millionen-Angebot

Hameln (TT). Der Stromkonzern e.on will seinen Standort in Hameln aufgeben - und hat dem Landkreis Hameln-Pyrmont dafür ein finanzielles Angebot auf den Tisch gelegt. Damit möchte e.on erreichen, dass der Landkreis auf die von e.on vertraglich zugesicherte Garantie für den Standort Hameln im Nachhinein verzichtet. Am morgigen Mittwoch wird Landrat Rüdiger Butte mit den Fraktionsspitzen im Hameln-Pyrmonter Kreistag beraten, ob das vorliegende Angebot für sie akzeptabel ist. Dem Vernehmen nach bietet e.on gut eine Million Euro an. Butte wollte diese Zahl nicht kommentieren.

Im Zuge einer Konzernumstrukturierung möchte sich e.on Westfalen Weser die Option eröffnen, seinen Betrieb schon vor Ende 2009 schließen zu können. Ein derzeit gültiger Vertrag sieht eine Standortgarantie für Hameln bis zum 31. Dezember 2009 vor. Butte erklärte dazu gestern auf Anfrage: "Es ist so gut wie sicher, dass sich e.on über 2009 hinaus nicht mehr mit einem Standort Hameln aufstellen wird. Eine Rettung des Standortes Hameln ist für mich nicht mehr denkbar. Deshalb ist meine Empfehlung an die Politik, das Angebot von e.on anzunehmen." Die Politik müsse entscheiden, ob sie das Angebot annimmt. Butte: "Was ich ausgehandelt habe, sehe ich als Maximum an." Nach der Mitteilung, dass der Stromkonzern möglicherweise seinen Standort Hameln verlässt, ist bei e.on hektische Betriebsamkeit ausgebrochen: Der Betriebsrat beriet sich bei einer Krisensitzung; und Vorstandschef Henning Probst kam gestern nach Hameln, um Informationen zu den Unternehmensplänen nachzureichen. Die Nachricht, dass e.on seinen Standort Hameln zur Disposition stellt, hat den Betriebsrat wie die betroffenen 190 Mitarbeiter überrascht. Laut einem Informationsblatt des Betriebsrates hatte die Unternehmensführung den Betriebsrat nicht in sein Vorhaben eingeweiht.

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