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Vor dem Rintelner Schöffengericht: Aussage gegen Aussage bei Vorwurf des sexuellen Missbrauchs

Enkel (15) belastet Großvater - Freispruch

Rinteln (maf). Zum Abschluss eines zweitägigen Prozesses ist ein 78-jähriger Rentner vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs an seinem Enkel (15) freigesprochen worden. Laut Anklage sollte der Großvater zwischen Januar 2006 und Mai 2007 wiederholt sexuelle Handlungen an dem Jungen vorgenommen haben.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Christian Rost handelte nach dem Grundsatz "im Zweifel für den Angeklagten". In seiner Urteilsbegründung betonte Rost: "Das Gericht kann nicht entscheiden: "Wer sagt die Wahrheit?" Wie oft in Sexualstrafverfahren, so stand auch in diesem Prozess Aussage gegen Aussage. Während der Rentner seine Unschuld beteuerte, bezichtigte ihn sein Enkel mehrfacher sexueller Übergriffe. Der Fall war ins Rollen gekommen, als der Jugendliche im September vorigen Jahres seinem Bruder und dessen Freundin erzählte, er sei von seinem Großvater sexuell missbraucht worden. Die junge Frau informierte die Eltern, die erstatteten Anzeige bei der Polizei. Bei einer polizeilichen Vernehmung machte der Schüler konkrete Angaben zu den Vorfällen. Vor Gericht war seine Aussage dagegen relativ allgemein gehalten. Er konnte nur wenige Einzelheiten benennen, betonte aber, er habe von dem Großvater "danach" immer fünf Euro bekommen. Nach Auffassung des Gerichts fehlte bei der Schilderung des Jungen vor allem die zeitliche Einordnung. Allgemein, dass etwas passiert sei, reiche für eine Verurteilung nicht aus. Nur Staatsanwalt Frank Hirt war überzeugt davon, dass es diesen Missbrauch gegeben habe. Hirt forderte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten für den Rentner. Der Schüler, der an den beiden Verhandlungstagen von einer Vertreterin der "Stiftung Opferhilfe" betreut wurde, lebt inzwischen in einer Jugendeinrichtung.



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