weather-image
25°
Podiumsdiskussion der IG BCE zur Energiewende findet eine gute Resonanz

Energiewende sozial gerecht gestalten

Bad Münder. Das Thema ist ebenso komplex wie kontrovers. Doch es betrifft jeden, gleich ob privaten Verbraucher oder energieintensiven Indus-triebetrieb. Mit dem „Innovationsforum Energie“ begleitet die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) die Energiewende mit zahlreichen wissenschaftlichen Studien und Diskussionsveranstaltungen.

270_008_6708957_Zuschauer.jpg

Autor:

Christoph Huppert

„Erneuerbare Energien – Jobkiller oder Wachstumsmotor?“. So lautete der Titel der Veranstaltung, zu der die Ortsgruppe der Münderaner IG BCE hochkarätige Experten in den Martin-Schmidt-Konzertsaal eingeladen hatte.

„Die Bundesregierung braucht ein Konzept, um die Energiewende umzusetzen. Das sehen wir aber noch nicht“, so der Einlader und Ardagh-Gesamtbetriebsrat Hans-Georg Diekmann. Unter der Leitung des ehemaligen Loccumer Akademiedirektors Fritz Erich Anhelm lieferten vor einem überraschend zahlreich erschienen Publikum neben dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies und Landesbischof Ralf Meister auch der Leiter der Ethikkommission der Bundesregierung für eine sichere Energieversorgung sowie ehemalige Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, Prof. Klaus Töpfer, Rede- und Diskussionsbeiträge zur Energiewende.

„Wir müssen“, so Töpfer zu deren sozialen Dimensionen, „darauf achten, dass wir heutige Kosten nicht auf spätere Generationen verschieben. Außerdem müssen wir Arbeitsplätze erhalten und möglichst neue schaffen.“ Vor allem aber müsse der Preis von Strom für Bürger wie Industrie bezahlbar bleiben. „Wir müssen darüber hinaus die Verteilung der Lasten ausbalancieren. Gerade das ist ein ganz wichtiger, zukunftsentscheidender Aspekt.“

270_008_6708953_Toepfer.jpg
  • Prof. Klaus Töpfer
270_008_6708956_Meister.jpg
  • Ralf Meister
270_008_6708955_Liess.jpg
  • Olaf Lies

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) müsse dringend reformiert werden, so die Forderung von Ralf Becker vom IG BCE-Landesvorstand an den niedersächsischen Wirtschaftsminister: „Ein zentraler Punkt, weil wir die Energiewende über das EEG so nicht weiterführen können. Das verursacht Belastungen, die wir nicht mehr tragen können.“

In seinem teils euphorischen Plädoyer für alternative Energien sprach sich Olaf Lies dann durchaus für eine Reform des EEG aus. „Ohne es wären wir nicht da, wo wir sind, aber das Gesetz war einfach nicht auf den derzeit rund 25 Prozent großen Anteil erneuerbarer Energien ausgelegt, den wir heute haben. Insofern muss es in der Tat reformiert werden.“ Allerdings, so Lies, dürfe man „das Kind nicht mit dem Bade ausschütten“. Man brauche auch Investitionssicherheit etwa bei Off-Shore-Windparks. „Wenn man das macht, sehe ich gute Möglichkeiten, dass wir mit einem entwickelten EEG sogar noch besser aufgestellt sind.“ Als im Rahmen der laufenden Koalitionsverhandlungen „durchaus einigungsfähig“ bezeichnete die SPD-Bundestagabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller die Forderungen zur EEG-Reform.

Landesbischof Ralf Meister fasste das Thema weiter, indem er die Energiewende als „Einstieg in ein verändertes kulturelles Wertesystem“ darstellte: „Die damit angefassten Fragen reichen weit in unsere kulturellen Grundfragen hinein. Die Energiewende ist ein wichtiger Schritt, der auch eine kulturelle und gesellschaftliche Veränderung bedeuten wird.“

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare