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Landfrauen informieren sich über russische Landfrauen

„Energie mit Köpfchen“

Hessisch Oldendorf. „Auf die inneren Werte kommt es an“ oder „Im Herzen bleiben wir lange frisch“, steht auf mit Birne oder Salatkopf versehenen Lesezeichen der Aktion des deutschen Landfrauenverbands „Stoppt das Lebensmittel-Mobbing“. Sie schmücken die Plätze der gut besuchten Jahreshauptversammlung des Landfrauenvereins Rinteln-Hessisch Oldendorf im Baxmann-Zentrum. Insgesamt 334 Mitglieder zählt der Verein aktuell, acht Personen mehr als im Vorjahr, insgesamt 24 neue Mitglieder konnten gewonnen werden. Die beiden Vorsitzenden, Anne-Marie Strüve und Astrid Dohme-Rügge dankten Lieselotte Wedmann für 25 Jahre, Gudrun Bradt, Irmtraut Bredemeier, Elsbeth Büthe, Erika Edeler, Margarete Giese, Marlene Kuhlmann, Waltraut Nolting-Kerker, Waltraud Oberheide, Heide Rinne, Sieglinde Schoof, Renate Schulte, Elfriede Stelling und Ilse Töhte für 40 Jahre Mitgliedschaft, Gerda Nagel, Lilly Nottmeier, Inge Pape, Elfriede Prasuhn und Erika Witte für 50 Jahre und Lina Niehoff für 60 Jahre.

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Mit Blumen wurde Rosemarie Hicks als Ortsvertrauensfrau in Großenwieden verabschiedet. Das Amt übernimmt jetzt Tamara Heyen und in Exten (für die verstorbene Regina Kretzer) Andrea Kirchhoff. Nach dem Kaffeetrinken referiert Klaus John über den „kleinen kulturellen Unterschied zwischen deutschen und russischen Frauen“. In Schaumburg aufgewachsen, lebt er seit sechs Jahren mit Lebensgefährtin und Sohn in Woronesch, einer wachsenden, modernen Millionenstadt am Don und arbeitet für ein russisches Agrarunternehmen. Er erzählt von den vielen jungen Menschen, der Lebendigkeit und Gastfreundlichkeit in der Stadt, vom schlechten Rubel-Kurs und von geringen Renten, die keine Reisen mehr ermöglichen. „Aber die Nahrungsmittelversorgung stellt kein Problem mehr dar“, betont er.

John berichtet, dass die Frauen in Russland den höchsten Ausbildungsstand in der Welt hätten und hohe Anerkennung in den Betrieben genießen würden. Ihr Lebensziel sei aber eine Partnerschaft und Kinder. „Eine Frau, die mit 23 Jahren noch nicht verheiratet ist, ist gesellschaftlich nicht angesehen“, sagt er und verrät: „Die Scheidungsrate liegt in Russland bei 60 Prozent, daher besteht eine Lebensgemeinschaft oft aus einer Mutter und einer Tochter.“

Die Landflucht sei enorm. Auf dem Land würden die Dörfer verfallen, die Infrastruktur sei schlecht und es gäbe auf dem Land keine Arbeitsplätze für Frauen, die Armut sei groß. Dafür herrsche in Moskau ein regelrechter Frauenüberschuss, allein eine Million unverheirateter Frauen unter 30 Jahren lebten dort. 30 bis 40 Prozent ihres Gehaltes investierten die modernen Stadtfrauen in Kosmetik und Kleidung. „Sie bewundern auch die fitten deutschen Seniorinnen“, weiß John. Er hat die Erfahrung gemacht: „Russische Frauen wünschen sich galante Männer – und hoch im Kurs stehen Autobesitzer.“ Für seinen Vortrag, den er mit eindrucksvollen Fotografien unterlegt, erntet Klaus John großen Beifall.

Für dieses und das kommende Jahr lautet der gesellschaftspolitische Themenschwerpunkt des Landfrauenvereins: „Energie mit Köpfchen“. Als nächste Veranstaltung findet am 4. März ab 9 Uhr ein Frauenfrühstück in Strücken im Waldgasthaus Homberg statt, um Anmeldung wird gebeten.ah



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