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Neues Leben in alter Werkstatt: Im Frühjahr kommen die Arbeiter / Grünes Licht für öffentliche Nutzung

Endgültig: Bornemann-Schmiede wird restauriert

Obernkirchen. Nach vielen Irrungen und Wirrungen steht es jetzt fest.: Die ehemalige Schlosserei Bornemann, wegen ihrer hohen Orts- und technikgeschichtlichen Bedeutung als Kulturdenkmal anerkannt, wird restauriert.

Das Werkstattgebäude soll im Bereich der komplett erhaltenen Schlosserei die frühe Handwerksarbeit im Metallbereich nachvollziehbar machen. Im angrenzenden Stallgebäude wird die lange Firmengeschichte der heutigen Maschinenfabrik Bornemann Pumps, die ihre Wurzeln in diesem Gebäude hat., museal aufgearbeitet. Die Bausubstanz der 1816 neuerbauten Schlosserei ist auch nach fast 200 Jahrenüberhaupt nicht besorgniserregend, sondern in einem erstaunlich guten Zustand. Natürlich hat der Zahn der Zeit am Dach, an den Wänden, den Türen und Fenstern genagt. Kaputte Dachrinnen, gerissene Dachziegel, so genannte "Linkskremper" aus der ehemaligen Hofmeisterschen Ziegelei auf der Röserheide, haben Feuchtigkeitsschäden an Wänden und Türen, an darunterliegenden Lehmdecken hinterlassen. Dieser durchweg gute Befund soll nun dauerhaft gesichert werden, um eineöffentliche Nutzung möglich zu machen. Bisher gab es eher sporadisch Besichtigungsmöglichkeiten, bei Museumstagen, angemeldeten Gruppenführungen oder an Tagen des offenen Denkmals. Fenster und Türen werden aufgearbeitet, Fußbodenbretter ausgebessert, die Elektrik modernisiert. Spätere Zutaten im Stallbereich, wie die geflieste Waschküche, werden in ihren ursprünglichen Zustand als Lager beziehungsweise Viehstallungen mit Futtergang zurückgeführt. In diesen Räumen wird später die Geschichte der Pumpenfabrik mit Dokumenten, Exponaten und dem Einsatz medialer Technik vermittelt werden. Im Schlossereibereich selber sind dann die mechanischen Werkzeuge, wie fußgetriebene Standbohrer und Drehbänke, aber auch die transmissionsgetriebenen Maschinen in Funktion zu erleben. Die Schmiedeesse wird ebenfalls soweit betriebsbereit gemacht, dass ein Schmied daran arbeiten kann. Da viele Teile noch funktionsfähig sind, kann zudem im gesamten Schmiedebereich dargestellt werden, wie einst gearbeitet wurde. Der Raum selbst erklärt sich auch: An den hellen Fenstern sind die Arbeitsplätze für die feineren Arbeiten eingerichtet, im dunklen Bereich findet sich dagegen die Esse. Das Kulturfenster Obernkirchen als Träger des Berg- und Stadtmuseums der Stadt Obernkirchen ist "hocherfreut, dass die Museumsaußenstelle endlich die Aufmerksamkeit bekommen wird, die sie als eines der wenigen erhaltenen technischen Denkmale unserer Stadt auch verdient", betonte Kulturfenster-Vorsitzender Rolf-Bernd de Groot, als ergemeinsam mit Vertretern der Firma Bornemann, des Lions-Club und der Familie Bornemann die Räumlichkeiten besichtigte. Dass der jetzige Zustand der Schmiede für die Nachwelt "festgefroren" werde, sei schon seit 20 Jahre geplant, erklärte de Groot. Dass nun die einzelnen Gewerke im Frühjahr die Sanierungsarbeiten beginnen können, ist einer Gemeinschaftsaktion einer ganzen Reihe von Sponsoren und öffentlichen Förderern zu verdanken. Der Hausherr, die paritätische Gesellschaft Behindertenhilfe, hat mit dem Abschluss einer Nutzungsvereinbarung grünes Licht für eine öffentliche Nutzung der historischen Werkstatt gegeben. Die Firma Bornemann selber und der Förderverein der Lions Clubs Stadthagen- Schaumburg-Rinteln haben dem Kulturfenster Obernkirchen eine Geldzuwendung zur Förderung kultureller Zwecke zukommen lassen. Das Kulturfenster hat entschieden, dass diese Mittel bei der Restaurierung der Werkstatt richtig angewandt sind. Das Land Niedersachsen hat ein Programm zur Förderung des ländlichen Kulturerbes aufgelegt, über das Geldzuwendungen zur Erhaltung der Schlosserei fließen. Dieser Betrag wird in gleicher Höhe gemeinsam aus Mitteln der Denkmalpflege des Landes Niedersachsen, dem Landkreis Schaumburg und auch der Stadt Obernkirchen gegenfinanziert.




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