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Initiative: Folge einer "Hinhaltetaktik"

Eltern-Ärger über späten IGS-Neustart

Landkreis (ssr). Enttäuschung und Frustration kennzeichnen die Gemütslage zahlreicher Eltern im Landkreis Schaumburg, nachdem die Landesschulbehörde Mitte dieser Woche offiziell mitgeteilt hat, dass die Einrichtung von neuen IGS in Schaumburg schon zu Beginn des kommenden Schuljahres definitiv "ausgeschlossen" ist (wir berichteten).

"Riesengroß" sei die Enttäuschung, wie Sandra Heine, eine der Sprecherinnen der neu gegründeten Initiative "Pro IGS", gestern auf Anfrage bekundete: "Es brodelt in der Elternschaft." "Fassungslos" seien vor allem die rund 440 Eltern der jetzigen Grundschulabgänger, die für ihren Eintritt in die fünfte Klasse den Schulwunsch IGS haben, ihn aber nicht erfüllt bekommen. "Wir hatten seit vergangenem Herbst, als Ministerpräsident Wulff die Lockerung des IGS-Errichtungsverbots angekündigt hatte, die Hoffnung, dass es für unsere Kinder noch klappt", berichtete Heine. Dass die Verabschiedung des neuen Schulgesetzes "dann so lange herausgezögert werden würde, damit hat niemand von uns gerechnet". Viele Eltern hätten das als "Hinhaltetaktik" empfunden: "Andere Gesetze entstehen teils im Handumdrehen." In einem Brief an Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann haben nach den Worten Heines viele der Eltern ihren Protest kundgetan und unter anderem geschrieben: "Als Elternteil habe ich vor allem das Wohl meines Kindes im Blick und kann kein Verständnis für eine solche Politik aufbringen." Die Verärgerung in der Elternschaft sei auch deshalb so groß, fuhr Heine fort, weil die für die Einrichtung von neuen IGS vorgesehenen Standorte Obernkirchen, Rodenberg und Helpsen nach dem Eindruck der Elterninitiative räumlich und fachlich bereits in der Lage gewesen wären, zum Schuljahr 2008/09 loszulegen. "Von den lokalen Voraussetzungen her hätte das klappen können." Da sich an der Situation für das kommende Schuljahr nun nichts mehr ändern lasse, so Heine, richte sich das Engagement von "Pro IGS" und der angeschlossenen Eltern auf das Schuljahr 2009/10. Der Antrag des Landkreises auf die Errichtung von drei neuen IGS befindet sich mit Blick auf diesen Termin im Genehmigungsverfahren durch das Kultusministerium. Grundsätzlich möchte "Pro IGS" gewährleistet sehen, dass die drei neuen Standorte dann "ohne erschwerende oder gar verhindernde Einschränkungen starten können". Speziell die Eltern der jetzigen Grundschulabgänger wollen darüber hinaus aber IGS-Neustarts mit fünften und sechsten Jahrgängen erreichen. Denn dann hätten diese Kinder die Chance, noch nach der fünften Klasse in eine IGS zu wechseln. Dieser Forderung soll nach den Worten der "Pro IGS"-Sprecherin in den kommenden Wochen durch Elternbriefe an das Kultusministerium und durch weitere Aktionen Ausdruck verliehen werden.




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