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Unterschriften für Ausbau der Außenhalle gesammelt / Am Donnerstag Thema im Ausschuss

Eltern fordern mehr Platz für Ganztagsschule

Rehren (la). Vom August dieses Jahres an soll die Grundschule Auetal Ganztagsschule sein. Dafür werden eine Mensa und Betreuungsräume benötigt. Mit dem von der Gemeinde geplanten Ausbau des Musikraums zur Mensa und der Nutzung verschiedener Räume im Schulgebäude für die Betreuung (wir berichteten) sind die Eltern der Grundschüler sowie das Lehrerkollegium nicht einverstanden.

Der Schulelternrat der Grundschule Auetal hat bei einem Rundgang

"In dem Konzept, das wir beim Ministerium einreichen mussten, um die Ganztagsschule genehmigt zu bekommen, war diese Planung zwar so vorgesehen, aber nach genauerenÜberlegungen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass diese Räume nicht ausreichen werden", erläuterte Schulleiter Carl Gundlach. Vom Antrag auf Einrichtung der Ganztagsschule seien er, das Kollegium und auch die Eltern "überrollt" worden. "Anfang des Jahres musste alles ganz schnell gehen. Da war keine Zeit, sich umfangreich zu informieren und zu planen", so Gundlach. Das haben Lehrer und Eltern inzwischen nachgeholt und sind zu dem Schluss gekommen, dass die vorgesehene Planung so nicht umsetzbar ist. Bei einem Rundgang durch die Schule hat der Schulelternrat besonders jene Räume unter die Lupe genommen, die für das Nachmittagsangebot zur Verfügung stehen. Ein großer Betreuungsraum im Erdgeschoss für maximal 25 Kinder, ein kleiner Raum für maximal 15 Kinder, der Religionsraum für zehn Kinder und ein Gruppenraum im ehemaligen Vorschulbereich für maximal 15 Kinder. "Wir haben aber schon jetzt 80 Anmeldungen für die Ganztagsbetreuung, und da sind die neuen Erstklässler noch nicht berück sichtigt", sagte Gundlach, der mit 100 Kindern im Ganztagsbereich rechnet. Die Klassenräume könnten auf keinen Fall für die Nachmittagsbetreuung benutzt werden, da dort das Arbeitsmaterial der Kinder und Lehrer, Bastelarbeiten, Bilder und Ähnliches aufbewahrt werden. Zudem: Klassenräume würden in absehbarer Zeit durch rückläufige Schülerzahlen nicht frei. Laut Aufstellung der Gemeindeverwaltung würden sich die Zahlen zwar von heute 289 auf 240 bis 2013 verringern, aber bei einer durchschnittlichen Schülerzahl von 60 pro Jahrgang bliebe es bei zwölf Klassen, gegenüber heute 13. "Sollten die Schülerzahlen pro Klasse vom Kultusministerium wieder gesenkt werden, was in Planung ist, dann würde sogar noch weiterer Raumbedarf entstehen", so der Schulleiter. Außerdem würde der bei zwölf Klassen einzige frei werdende Raum dringend für den Umzug der Computerausstattung benötigt, da dieser derzeit nur 15 Arbeitsplätze hat. Der Schulvorstand der Grundschule Auetal hat sich in anderen, bereits eingerichteten Ganztagsschulen und durch Gespräche mit deren Leitern umfassend informiert. "An allen Standorten wurde und wird in großem Umfang investiert, was die Wertschätzung der jeweiligen Schulträger für diese neue Schulform belegt", sagte die Elternratsvorsitzende, Ulrike Hohmeyer. Ganztagsschule sei mehr als eine reine Nachmittagsbetreuung. "Schule wird dadurch zum Lebensraum und das setzt ein qualitativ angemessenes Umfeld voraus", so Hohmeyer. Die Kinder bräuchten Platz und Bewegung, schließlich umfasse das Angebot mehr als acht Zeitstunden an den jeweiligen Tagen. "Dabei muss man bedenken, dass sich Schule in den vergangenen Jahren gewaltig verändert hat. Wir müssen den sechs- bis zehnjährigen Kindern Ruhe, die Sicherheit fester Gruppen und Räume bieten, um sie angemessen betreuen zu können. Wenn, wie geplant, die Hausaufgaben in der Betreuungszeit erledigt werden sollen, dann benötigen die Kinder dafür ein ruhiges Umfeld", stellte Lehrerin Sabine Tilgner fest. Schließlich solle auch am Nachmittag pädagogisch gearbeitet werden. Der Schulelternrat und der Schulvorstand fordern daher, den heutigen Musikraum zur Mensa umzufunktionieren. "Dazu bräuchte man nur einen neuen, abwaschbaren Fußboden zu verlegen. Vergrößert werden müsste der Raum nicht", so Gundlach. Die Außenhalle soll zu einem Multifunktionsraum ausgebaut werden, in dem dann die Nachmittagsbetreuung stattfinden und der vormittags unter anderem als Musikraum genutzt werden kann. "Musik ist gerade im Grundschulalter ein essenzielles Fach, und unser Musikraum würde bei der jetzigen Planung ersatzlos wegfallen", erläuterte Gundlach. Am Nachmittag könnte der Multifunktionsraum durch mobile Schallschutzwände, die die Grundschule bereits von der Sparkasse bekommen hat, abgeteilt werden, damit jede Gruppe ihren eigenen Bereich hat. Der Ausbau der Außenhalle - die Pläne liegen bereits im Bauamt vor - würde etwa 108 000 Euro kosten. Der geplante Ausbau des Musikraums steht mit 50 000 Euro im Haushalt. "Wir würden beim Ausbau der Außenhalle auch helfen. Schließlich haben Eltern schon immer mit für die Verschönerung der Schule und vor allem des Außengeländes gesorgt. Diese etwa 50 000 Euro mehr sollten uns unsere Kinder schon wert sein", sagte die Schulelternratsvorsitzende.



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