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Bundesnetzagentur misst im Landkreis

Elektrosmog: Sind Handymasten ungefährlich?

Landkreis (gus). Im März hat die Bundesnetzagentur eine bundesweite Studie zum Thema Elektrosmog veröffentlicht. Dabei wurde nach Messungen nirgends elektromagnetische Strahlung oberhalb der geltenden Grenzwerte festgestellt.

Die Bundesnetzagentur misst in Zusammenarbeit mit den Ländern jährlich die Elektrosmog-Belastung an 2000 Standorten. Insgesamt liegen 9000 Messergebnisse vor. In allen Städten Schaumburgs - mit Ausnahme Obernkirchens - ist gemessen worden. Analog zum Fazit der bundesweiten Erhebung sind auch in unserem Landkreis keine bedenklichen Werte aufgetreten. In Stadthagen hat eine mobile Station die elektromagnetische Strahlung im Jahr 2003 an der Ecke Bahnhofstraße/ Loccumer Straße überprüft. Diese betrug 0,08 Prozent des erlaubten Grenzwerts. In Bückeburg wurde in 2004 und 2005 an der Oberntorstraße und an der Ernst-Kestner-Straße gemessen. Die Werte waren noch niedriger (0,07 beziehungsweise 0,05 Prozent des Zulässigen). Rinteln wurde an sieben Stellenüberprüft. Die Werte lagen zwischen 0,03 und 0,08 Prozent. Bad Nenndorf wurde in den Jahren 1997, 2004 und 2006 (Thermalbad, Bahnhofstraße, Stettiner Straße) unter die Lupe genommen. Die gemessene Strahlung betrug zwischen 0,06 und 0,24 Prozent des Grenzwerts. In Rodenberg hat die Agentur 0,13 Prozent des Schwellenwerts am Schulzentrum gemessen. Auch in kleineren Orten wie der Stadt Sachsenhagen, in Helpsen und in Meerbeck hat die Bundesnetzagentur getestet - die Ergebnisse waren beinahe identisch. Zum Vergleich: In der Berliner Innenstadt sind Werte um 0,5 Prozent der Schwellenbelastung gemessen worden. Nach Auskunft der Pressestelle der Bundesnetzagentur sind potenziell stark belastete Orteüberprüft wurden - beispielsweise die Umgebung von Handyfunkmasten. Außerdem haben die Tester zu unterschiedlichen Tageszeiten gemessen. So sollten möglichst aussagekräftige Ergebnisse ermittelt werden. Die geringe elektromagnetische Strahlung lege nahe, dass keine Gesundheitsschäden beispielsweise durch Handymasten verursacht werden. Völlig auszuschließen sei der Einfluss durch Elektro smog jedoch nicht. Denn die Strahlung nehmeüberproportional zur Entfernung zur Sendequelle ab. Anders ausgedrückt: Je näher an der Quelle, desto höher die Belastung durch elektromagnetische Strahlung. Das bedeute aber auch, dass ein schlecht abgeschirmter Radiowecker mehr Emissionen verursachen kann als ein Handymast neben dem Haus. Nach Informationen des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) liegen auch keine Hinweise für eine Gefährdung durch Mobiltelefone vor. Allerdings zeige eine aktuelle Studie, dass nach wie vor wissenschaftliche Unsicherheiten bestehen. "Wir empfehlen deshalb, die eigene Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten", erklärt Wolfram König, Präsident des BfS. Das BfS setzt sich für die Kennzeichnung strahlungsarmer Handys durch das Siegel "Blauer Engel" ein. Als besonders strahlungsarm gelten Handys mit einem SAR-Wert (Spezifische Absorptionsrate; Menge vom Körper aufgenommener Strahlung) von höchstens 0,6 Watt pro Kilogramm. Eine Liste der SAR-Werte gibt es unter www.bfs.de .

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