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Schaden auf rund 80 000 Euro geschätzt / Polizei steht vor einem Rätsel

Eisberger Familie völlig geschockt: Einbrecher demolieren Wohnung

Der Boden istübersät mit Scherben, die Wände sind mit roter Farbe beschmiert. Die sinnlose Zerstörung gibt der Polizei Rätsel auf. Foto: mt Eisbergen (mt). Der Boden istübersät mit Glasscherben, die Wände sind mit roter Farbe verschmiert, Wohnzimmer, Küche und Bad völlig demoliert. Das Haus mit der Adresse Weserstraße 106 in Eisbergen ist ein Ort der Zerstörung. Und die Polizei steht vor einem Rätsel.

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"Hier stimmt etwas nicht", dachte Rolf Hoebel, als er am Sonntagabend sein Haus betrat und den frischen Farbklecks an der Wohnungstür entdeckte. Doch was er dann hinter der Tür entdeckte, übertraf die schlimmsten Erwartungen. Die Täter hatten die Wohnung verwüstet, lediglich die Kinderzimmer wurden verschont. Die erste Schadensschätzung beläuft sich auf 80 000 Euro. Die fünfköpfige Familie ist zurzeit bei Hoebels Schwester untergebracht. "Etwas Vergleichbares habe ich noch nicht gesehen", sagte Ralf Steinmeyer von der Mindener Polizei, als er gestern Nachmittag die Wohnung inspizierte. Viele Fragen sind derzeit offen. So ist bislang nicht geklärt, ob etwas gestohlen wurde. "Wir haben erstmal alles so gelassen, damit sich die Versicherung umsehen kann", sagt Patricia Hoebel (32). Weder sie noch ihr Mann (38) haben gegenüber der Polizei bislang einen Verdacht geäußert, wer ihnen so übel zugesetzt haben könnte. Die pure Zerstörungswut lässt auf den ersten Blick eine Art Racheakt vermuten, doch dafür, sagen die Hoebels, hätten sie überhaupt keine Anhaltspunkte. Es hätte ein schönes Wochenende werden können. Am späten Samstagnachmittag war die Familie nach Minden gefahren, um dort im Victoria-Hotel mit Bekannten zu feiern. Die Eltern und ihre drei Kinder im Alter von 17 und 14 Jahren sowie 16 Monaten haben dann bei Patricia Hoebels Mutter übernachtet. Dort wurde noch zu Mittag gegessen und am Nachmittag Kaffee getrunken, bevor sich die Familie auf den Heimweg machte. Dann folgte der Schock. Fest steht, dass die Täter an der Rückseite des Hauses die Kellertür aufbrachen und so ins Haus gelangten - vermutlich in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Aufgrund der immensen Zerstörung geht Ralf Steinmeyer davon aus, dass es sich um mehrere Täter handelt. Diese schlugen im Erd- und Obergeschoss offensichtlich wahllos auf die Gegenstände ein, sogar Waschbecken und Toilettenschüsseln wurden demoliert. Großflächig versprühten und verschütteten die Einbrecher Farbe. Vor allem die leuchtend rote Farbe an den Wänden und auf dem Fußboden verleiht der Tat einen nachgerade martialischen Charakter. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Wer verdächtige Personen oder Fahrzeuge am Wochenende in Höhe der Weserstraße 106 gesehen hat, kann Hinweise unter der Rufnummer 05 71 / 8 86 60 geben. "Es muss einen Riesenkrach gegeben haben, als die Sachen zerschlagen wurden", sagt Steinmeyer. Überdies haben sich die Täter vermutlich selbst mit Farbe besudelt und sind möglicherweise durch diese hindurch gelaufen. Das Verhalten der Täter sei für Einbrecher "untypisch", meint der Polizei-Pressesprecher. Selbst wenn diese aus Frust über lohnende Beute zugeschlagen haben sollten, verwundere doch das Ausmaß der Zerstörung. Die Hoebels, die seit neun Jahren an der Weserstraße wohnen, waren bereits vor zwei Jahren Opfer eines Einbruchs. Damals wurde Schmuck gestohlen, jedoch nichts zerstört. Ob dieses Mal Wertsachen fehlen, wird sich herausstellen, wenn die Aufräumarbeiten beginnen. "Schmuck hatten wir aber nicht im Haus", sagt Rolf Hoebel.

Das Haus an der Weserstraße. Die Polizei bittet eventuelle Zeuge
  • Das Haus an der Weserstraße. Die Polizei bittet eventuelle Zeugen, sich zu melden.


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