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Schröder: Position der Stadt bei Gespräch mit Makler verdeutlicht / Volksbank zeigt Interesse

Einzelhandel auf Braas-Gelände ohne Chance

Rinteln (wm). Im Februar dieses Jahres ist im Lafarge-Werk im Industriegebiet Süd, 1959 als Braas-Werk gegründet, der letzte Dachstein über das Förderband gelaufen. Seitdem steht die rund 100 000 Quadratmeter große Industriefläche mit mehreren Hallen und einem Bürogebäude zur Vermarktung an. Die Firma Lafarge, mit dem Sitz für die deutschen Werke in Oberursel, hat jetzt den Industrieimmobilienspezialisten Jones Lang LaSalle in Frankfurt damit beauftragt.

Ein Unternehmen, das Rinteln bereits gut kennt: Jüngst hat Stefan Langner, zuständig für Gewerbeimmobilien bei LaSalle, das ehemalige Stralfors-Gelände mit Büro- und Industriehallen an das Unternehmen Ecobelt aus Porta Westfalica, Spezialist für Antriebslösungen und Zahnriemen, vermittelt. Doch anders als das Areal im Emerten ist das Braas-Gelände nicht nur ein Industrieleerstand, sondern auch ein Politikum. Wie Erster Stadtrat Jörg Schröder gestern auf Anfrage bestätigte, habe bereits ein Gespräch mit dem Frankfurter Immobilienmakler stattgefunden, in der die Stadt ihre Position deutlich gemacht habe: Man begrüße jede gewerbliche Weiternutzung des Geländes, sei froh, "wenn sich dort wieder etwas bewegt" - nur eine Aufteilung der Fläche mit dem Ziel, hier innenstadtrelevanten Einzelhandel anzusiedeln, sei mit der Stadt nicht zu machen. Auch die Initiative aus der Politik sei zur Sprache gekommen,über das Braas-Gelände eine direkte Verbindung zur Siemensstraße zu bauen, um die Verkehrssituation zu verbessern und die Kreuzung Braasstraße / Am Stumpfen Turm zu entlasten. Wobei man in der Verwaltung die Situation realistisch sehe: Ein möglicher Investor müsste sich am Straßenbau beteiligen und der hätte sicher nur dann ein Interesse daran, wenn er die Straße selbst für eine Erschließung des Geländes brauche und auch nutzen könne. Einen konkreten Interessenten für das Areal hat es auch schon gegeben. Wie Joachim Schorling, Vorstandsmitglied der Volksbank in Schaumburg, gestern auf Anfrage bestätigte, habe es erste Kontakte mit Lafarge wie LaSalle gegeben. Für die Volksbank sei das Gelände unter anderem interessant, weil schon seit längerer Zeit eine Umstrukturierung des Raiffeisenmarktes in Krankenhagen geplant ist. Allerdings sei man bei der Preisvorstellung zurzeit noch weit auseinander. Schorling: "Wir bleiben im Gespräch." Wo die unterschiedlichen Positionen von Verkäufer und Käufer in diesem Fall liegen können, erläuterte Schröder: Der Verkäufer sehe in den Gebäuden und gepflasterten Flächen einen Wert an sich, für einen möglicher Käufer, der eine freie Fläche brauche, seien die Hallen und die Pflasterung dagegen ein Kostenfaktor, weil er alles entsorgen müsse. Schröder: "So kommen große Preisunterschiede zustande." Und da gebe es noch das Problem Altlasten - wie auf jedem Industriegelände. Stefan Langner mochte sich dem "pauschalen Verdacht" allerdings so nicht anschließen. Ob es tatsächlich "Altlasten" auf dem Braas-Gelände geben, werde in den nächsten Wochen geprüft. Wenn ja, sei deren Entfernung technisch heute kein Problem mehr, sondern eine "reine Rechengröße" - und die Frage: "Macht es der Eigentümer oder der neue Investor?"




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