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Tierschutzverein kann nicht helfen

Einjähriger Leidensweg von Hund und Katze

Bückeburg / Rinteln. Mit einem unglaublichen Fall von Tierquälerei sieht sich der Tierschutzverein Bückeburg-Rinteln derzeit konfrontiert. Über mehr als ein Jahr erstreckt sich die Leidensgeschichte eines Dackels sowie eines jungen Katers aus Rinteln, denen auf Grund gesetzlicher Hürden erst jetzt geholfen werden konnte.

Dieser kleine Kater kam schwerverletzt in die Obhut des Tierschu

Autor:

Johannes Pietsch

Bei ihrer Arbeit sind der Vereinsvorsitzenden Monika Hachmeister schon so manche Grausamkeiten begegnet, doch das Martyrium, das zwei Tiere monatelang in Rinteln erleiden mussten, lässt selbst sie kalkweiß werden. Im Februar 2006 erreichte das Tierheim ein Brief, in dem von Anwohnern schwere Vorwürfe gegen ein psychisch krankes und daher gerichtlich betreutes Rintelner Pärchen erhoben wurden. In dem Schreiben, welches von mehreren Nachbarn unterzeichnet war, hieß es, einDackelmischling werde von seinen Besitzern regelmäßig auf das Schlimmste verprügelt, gequält und sogar an der Leine in der Luft herumgeschleudert. Alle vom Tierschutzverein in die Wege geleiteten Versuche, dem Tier zu helfen, unter anderemüber die Polizei und das Veterinäramt, scheiterten jedoch an gesetzlichen Barrieren. Speziell von dem gerichtlichen Betreuer, der für das Paar eingesetzt war, habe es keinerlei Hilfe gegeben. Das änderte sich 2007, als ein neuer Betreuer für die beiden Rintelner zuständig wurde. Der konnte das, was dort unter seinen Augen seit Monaten mit dem Hund und seit ein paar Wochen auch mit einem jungen Kater geschah, nicht mit seinem Gewissen vereinbaren und veranlasste einen Besuch der Tierschützer. Was diese in Rinteln vorfanden, lässt sich kaum beschreiben: Beide Tiere waren völlig verstört, der Dackel zeigte deutliche Spuren mehrerer, zum Teil noch nicht verheilter schwerer Verletzungen. Am schlimmsten war der Zustand des jungen Katers, dessen Hüfte gebrochen und ausgekugelt war und der zusätzlich einen Hinterlauf gebrochen hatte. "Das Tier muss von seinen Besitzern mehrmals gegen die Wand geschleudert worden sein", so Monika Hachmeister. Glücklicherweise gelang es den Tierschützern, den Besitzer zur Unterzeichnung eines Abgabevertrags zu bewegen. Inzwischen befinden sich beide Tiere im Tierheim und werden dort medizinisch versorgt. Dabei stand das Leben des Katers bereits auf Messers Schneide, inzwischen hat sich der kleine Stubentiger jedoch erholt und sogar wieder ein Stück Vertrauen zu Menschen gefasst. Ausgestanden ist die Geschichte damit allerdings noch lange nicht. Zum einen beabsichtigt der Tierschutzverein, Strafanzeige wegen Tierquälerei bei der Staatsanwaltschaft zu stellen. Zum anderen hat sich die ehemalige Besitzerin von Hund und Katze im Tierheim gemeldet: In einem geharnischten Schreiben verlangte sie trotz Abgabevertrag die beiden Tiere unverzüglich zurück.

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