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Serie "Baudenkmale in unserer Stadt": Auch alte Holzfenster haben viele Vorteile

Einheitstyp verdrängt Formenvielfalt: Historische Holzfenster sterben aus

Rinteln. Die Weserstadt mit ihren Dörfern ist reich gesegnet mit erhaltenswerten historischen Gebäuden. Schützen kann man nur das, was man kennt. In der Serie "Baudenkmale in unserer Stadt" stellen Mitglieder des Arbeitskreises Denkmalschutz einige dieser Objekte vor. Mit dem heutigen Beitrag findet unsere Serie ihren Abschluss.

Eine schöne Kämpferteilung mit Oberlichtern in Ornamentglas.

Autor:

Dirk Eggers

Jedes alte Wohnhaus hat ein Gesicht, eine Hauptfront, die Fassade. Sie lebt vom Rhythmus, von der Zahl und von der Proportion der Fenster. In den letzten zwei Jahrzehnten sind schätzungsweise zwei Drittel dieser Gesichter durch Umbauten verstümmelt worden. Modische Einscheiben-Kippfenster ohne Sprossen, zu dicke Rahmen, grob, klotzig, stur - aber pflegeleicht. Die neuen Fenster besitzen in der Regel nicht anzuzweifelnde Vorteile, da sie dichter schließen, energiesparend sind und weniger Pflege bedürfen. Dieser industriell gefertigte "Einheitstyp" verdrängte ein ganzes Spektrum verschiedenster Fensterformen in so großem Umfang, dass dies zunehmend als Verlust empfunden wird, zumal die Fenster ganz entscheidend zum Erscheinungsbild eines Hauses beitragen. Das Holzfenster hat sich seit Jahrhunderten bewährt und auch weiterhin wird man das Holzfenster schätzen. Das Fenster (aus Eiche, Lärche, Pitsch Pine) ist weitgehend wetterbeständig und widerstandsfähig gegen Regen, Sonne und Abgase, es isoliert, schützt gegen Zugluft, Schall und Staub und besitzt ausreichende Härte und gutes Stehvermögen. Die erhaltende Instandsetzung von Fenstern im Bestand ist selten. Die meisten Altfenster werden weggeworfen. Warum ist das so? Die Bauherren haben schlechte Erfahrungen, durch misslungene Oberflächenbehandlung der Holzfenster. Hier sind oft mittels falscher Anstrichsysteme Schäden entstanden. Oft herrschen auch Vorurteile über die Wirtschaftlichkeit. Eine Lösung ist die Verbesserung der Funktionen durch ein Innenvorsatzfenster. Der Wunsch nach Schall- und Wärmedämmung der Fenster ist sicherlich für jeden nachvollziehbar. Nur muss das nicht immer den Austausch der Fenster bedeuten. Häufig beschränken sich die Schäden auf erneuerungsbedürftige Anstriche und den Austausch maroder Wetterschenkel - Maßnahmen, die früher zu den regelmäßigen "Wartungs- arbeiten" an Fenstern gehörten, heute jedoch häufig vernachlässigt werden. Durch den Einsatz eines zusätzlichen Fensters auf der Innenseite wird der Effekt eines Kastenfensters erzeugt. Das äußere Fenster erfüllt nach wie vor die Funktion des äußeren Abschlusses. Wind und Wetter werden abgehalten, wie seit der Erbauung vorgesehen. Die zusätzlich gewünschten Funktionen werden in die innere Ebene gelegt. Das Innenvorsatzfensterübernimmt die Wärmedämmung und hat eine hervorragende Schalldämmung als willkommenen Nebeneffekt.



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