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Ausgeflogene Bienenvölker bleiben nur so lange, wie sie Nahrung finden

„Einfach in Ruhe lassen“

Pötzen. „Unsere Enkeltochter saß in ihrer Schaukel und rief plötzlich: Opa, hier fliegen ja lauter Bienen herum. Ich ging hin, um nachzuschauen und staunte, denn mittlerweile hatte sich in einem Strauch ein ganzer Schwarm niedergelassen“, erzählt Edmund Müller. So etwas hatte Familie Müller aus der Alten Berliner Heerstraße in Pötzen noch nicht gesehen.

Autor:

Barbara Jahn-Deterding

Im Cotoneaster-Strauch auf dem Grundstück hängt wie eine riesige Traube ein dicker Bienenschwarm. Was tun, fragt sich Edmund Müller. Seine Ehefrau Ruth greift zum Telefonhörer und ruft den Imker Hans-Heinrich Kardinal im Nachbardorf Haddessen an und fragt, ob es vielleicht einer seiner Bienenschwärme sei, der sich nach Pötzen verirrt habe. „Nein“, ist die Antwort. Der erfahrene Imker weiß aber Rat: „Einfach ganz in Ruhe lassen, die Bienen fliegen sicher nach ein bis zwei Tagen weiter, wenn sie keine Nahrung mehr finden.“ Ein Bienenschwarm wie der, der in Pötzen unterwegs ist, sieht schon sehr bedrohlich aus. Ist er aber nicht, wie Imker versichern. Die ausgeschwärmten Bienen sind friedlich, sie greifen niemals Menschen an. Der Auszug eines Schwarms ist ein großes Naturschauspiel. Bienenschwärme kann man meist in den Frühsommermonaten Mai bis Juni beobachten. Der Grund dafür, dass ein Teil des emsigen Volkes mit der Königin den angestammten Bienenstock verlässt, liegt darin, dass sich das Volk in diesen Monaten vergrößert. Das Wetter der vergangenen Monate begünstigt das Schwärmen. März und der April waren warm und trocken, die Bienen konnten oft ausfliegen und Nektar sammeln. Damit konnten sie viele Honigwaben bauen, in denen zahlreiche Bienen heranwuchsen. Da es im Mai regnerisch und kühl war, flogen die Bienen selten aus. Es wurde damit richtig eng im Bienenkorb. Herrscht ein solcher Platzmangel, bauen die Bienen Weiselzellen, in diese legt die Königin jeweils ein Ei. Ammenbienen versorgen die Larven mit dem kostbaren Gelee Royal. 16 Tage nach der Eiablage entstehen aus den Larven Königinnen. Bereits am 9. Tag nach der Brutablage verlässt ein Teil der Bienen mit der alten Königin den Bienenstock.

Eine Vermehrung des Bienenvolkes ist oft im Sinne des Imkers. Man sagt, dass der auf natürliche Weise gebildete Bienenschwarm besonders widerstandsfähig sei. Die Imker versuchen allerdings, den Vorgang zu kontrollieren. Fliegen die Bienen weg, muss dieses Volk abgeschrieben werden. Der Teil des ursprünglichen Volkes, das mit einer neuen Königin zurückbleibt, ist deutlich schwächer. Die Honigausbeute fällt oft geringer aus. Zumal der Bienenschwarm, wenn er sich auf den Weg macht, einige Kilo des kostbaren Honigs als Wegzehrung mit auf die Reise genommen hat.

Schwärme sind sehr gefragt, vor allem bei Imkern, die gerade anfangen und sich eine Zucht aufbauen.




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